Die Weinraute (Ruta graveolens) gehört zur Familie der Rautengewächse und ist daher mit der Orangenblume und der Skimmie verwandt. Ursprünglich ist die als Halbstrauch wachsende Weinraute im Mittelmeerraum beheimatet. Bei uns findet man sie nur selten wildwachsend auf Weinbergen.

 

Weinraute Ruta graveolens

Weinraute (Ruta graveolens) blüt gelb und soll Ameisen und Schnecken fernhalten.

Ihre lateinische Bezeichnung („graveolens“ = stark wohlriechend) weist auf ein charakteristisches Merkmal der Pflanze hin. Sie zählt zu den Gewürzpflanzen, wurde in der antiken römischen Küche häufig verwendet, im Mittelalter fand sie eine häufige Verwendung als Heilpflanze.

Aufgrund der enthaltenen ätherischen Öle findet die Weinraute heute noch Verwendung in der Parfümindustrie. Auch für die Herstellung von Grappa wird sie verwendet sowie zur Herstellung des „Vierräuberessigs“.

Die Weinraute wird manchmal als Zierpflanze angebaut, da ihr starker Duft Ameisen, Schnecken und andere Schädlinge fernhalten soll. Der Halbstrauch wird 50 bis 80 Zentimeter groß und ist unten schwach verholzt. Die Laubblätter sind klein, zur Spitze hin rund zulaufend und oft von blaugrüner Farbe. Zwischen Juli und Oktober bilden sich zahlreiche trugdoldige Blütenstände mit kleinen gelben Blüten aus, später folgen kugelförmige Kapselfrüchte.

Weinraute Blätter

Blätter der Weinraute.

Empfindliche Menschen sollten beim Pflücken der Weinraute vorsichtig sein, da bereits die Berührung der Pflanze zu Hautreizungen führen kann, vor allem bei Sonnenschein (fototoxische Wirkung).

Schwangere Frauen sollten keine Blätter zu sich nehmen, da sie eine abtreibende Wirkung besitzen. Ansonsten können die kleinen Blättchen Salate und Kräutersoßen gut bereichern.
Das Pflücken sollte mit Handschuhen erfolgen. Nach der Ernte sollten Hände und Arme gut gereinigt werden.

Pflanzung und Standort

Die Weinraute benötigt einen sonnigen, warmen Standort auf kalkhaltigen, sandigen Böden. Ist der Boden sehr schwer und lehmig, sollte zur Pflanzung etwas Sand untergemischt werden. Je nach Sorte sollte der Pflanzabstand zwischen vierzig und achtzig Zentimetern betragen.

Durch ihre zu erwartende Höhe von etwa einem halben Meter ist sie zwischen Rittersporn, Indianernessel, Margeriten und Phlox ein wahrer Blickfang. Auch der gelb-blaue Kontrast im Spiel mit Lavendel oder Echten– oder Steppensalbei ergibt eine schöne Kombination.

Pflege, Düngung und Vermehrung

Während der Wachstumszeit benötigt die Pflanze nur wenig Pflege. Lediglich das Gießen ist vor allem im Sommer unerlässlich. Eine zusätzliche Düngung ist nicht erforderlich.

Eine Vermehrung der Weinraute ist mit den Kapselfrüchten möglich. Hierfür werden an einem trockenen Tag im Spätsommer die Früchte entnommen und an Ort und Stelle ausgebracht. Sie können auch bis zum Frühjahr aufbewahrt und dann ausgebracht werden. Hin und wieder gibt es dabei Ausfälle, sodass ruhig mehrere Samen auf engem Raum ausgesät werden können. Nach dem Aufgang kann entsprechend vereinzelt und umgesetzt werden.

Wer die verblühten und Frucht ansetzenden Dolden nicht abschneidet, kann davon ausgehen, dass eine Vermehrung von allein stattfindet. Das ist ohnehin eine vielversprechende Methode der Vermehrung der Weinraute. Ansonsten sollten verblühte Dolden abgeschnitten und auf dem Kompost entsorgt werden.

Im Spätherbst kann die Pflanze bis zum alten Holz zurückgeschnitten werden. Dies fördert im nächsten Jahr einen kompakten, buschigen Wuchs. Auch hierbei ist auf Schutzbekleidung zu achten.

Krankheiten und Schädlinge

Für die Weinraute sind weder Krankheiten noch Schädlinge von Bedeutung.