Hortensien rosa

Hortensien (Hydrangea) gehörten früher zur Familie der Steinbrechgewächse, bilden jedoch heutzutage eine eigene Gattung und sind namensgebend für die Pflanzfamilie der Hortensiengewächse.

Hortensien sind ausdauernde, langlebige Halbsträucher, die in keinem Garten fehlen dürfen. Mit ihren großen, dekorativen Blütenständen in den Blütenfarben Weiß, Rosa, Blau bis hin zu tiefem Magenta ziehen sie viele Blicke auf sich.

Hortensien können je nach Sorte Höhen bis circa zwei Meter und Umfänge von über einem Meter erreichen, wobei es auch kleinwüchsige oder Kletterhortensien gibt. Kletterhortensien machen sich besonders gut an Zäunen oder zur Begrünung einer Pergola.

In der Blühzeit von Juni bis September erfreuen uns Hortensien, allen voran die Bauernhortensie, mit ihren unverwechselbaren großen Blütenbällen, die sich aus vielen kleinen Blüten zusammensetzen. Es gibt wenige Gartenpflanzen die eine ähnlich lange Blütezeit von vier Monaten und solche imposante Blütenstände vorweisen können.

Neben Lupinen, Stockrosen, Lavendel, Rittersporn, Rosen, Purpur Sonnenhut, Duftnesseln und allerlei fröhlichen Sommerblühern fasziniert die Hortensie immer wieder aufs Neue und setzt im Garten attraktive Akzente. Aber auch neben Ziergräsern kann die Hortensie für einen schön blühenden Ausgleich sorgen. Wird die Hortensie vor hohem Chinaschilf oder neben mittelhohen Lampenputzergras und Federgras gepflanzt, entstehen wunderschöne und moderne Kombinationen.

Pflanzkombination für Beete im Schatten oder Halbschattem

Eine eher klassische Pflanzkombination im Garten ist, dass Duo aus Rhododendron und Hortensie. Da die beiden Gartenpflanzen ähnliche Ansprüche an Boden und Standort stellen, werden sie häufig zusammen gepflanzt. Aufgrund der enormen Farbvielfalt von Rhododendren und Hortensien lassen sich in der überschneidenden Blütezeit fantastische Farbkombinationen realisieren. Mit Rhododendronsorten die ab April oder Mai blühen, können wunderschöne, dauerblühende Beete gestaltet werden. Zuerst blühen die Rhododenren und anschließend die Hortensien.

Federgras Hortensie Sonnenhut

Federgras neben Hortensie und Sonnenhut.

Unterschiedliche Arten der Hortensie

Im Handel finden sich inzwischen eine Vielzahl unterschiedlicher Hortensienarten. Am verbreitetsten sind sicherlich die Farben Weiß, Rosa und Blau. Sehr beleibt ist die Ballhortensie Annabell, die mit ihren großen und reichhaltigen Blütenballen besonders schön ausschaut, aber es gibt noch weitere interessante Arten:

  • Bauern- oder Gartenhortensien (Hydrangea macrophylla)
  • Tellerhortensien (Hydrangea serrata)
  • Fell- und Samthortensien (Hydrangea aspera oder Hydrangea sargentiana)
  • Eichenblatthortensien (H. quercifolia)
  • Wald- oder Schneeballhortensien. Auch Ballhortensien genannt (H. arborescens)
  • Rispen-Hortensien (H. paniculata)

Übrigens Hortensien eignen sich auch sehr gut zum Trocknen. Allerdings verlieren sie beim normalen Trocknen etwas an Farbenpracht. Daher empfiehlt es sich nach dem Abschneiden der Blüten, diese in eine Vase mit einem Wasser-Glycerin-Gemsich zu stellen. Einfach ein Teil Glycerin mit zwei Teilen Wasser (1:2) mischen und in die Vase geben. Die Hortensienblüten nehmen dann das Glycerin auf und behalten so ihre Farbe. Die Blüten so lange in der Vase stehen lassen, bis das Gemisch verdunstet ist und sie getrocknet und konserviert ist.

Pflanzen und Standort von Hortensien

Hortensien mögen einen gut durchlässigen, nahrhaften, humosen und vor allem leicht sauren Boden. Ist die Erde nicht sauer genug, kann diese mit Rhododendron- oder Hortensienerde aufbereitet werden. Es kann auch Kompost aus Laub oder von Nadelbäumen eingearbietet werden. Einige Gärtner geben einfach braunes Eichenlaub mit ins Pflanzloch. Dies ist insbesondere bei einer Pflanzung im Herbst eine Option, um den Boden etwas saurer zu machen.

Der Standort sollte halbschattig und windgeschützt sein. Pralle Sonne sollte möglichst vermieden werden, weil die Hortensie stets feucht gehalten werden muss. Eine Ausnahme bilden hier die Rispenhortensien (Hydrangea paniculata), die mehr Sonne vertragen, als die anderen Hortensienarten, die lieber im Halbschatten stehen.

Beim Pflanzen oder Umpflanzen sollte unbedingt auf den späteren Platzbedarf der Hortensie am Standort geachtet werden. Inmitten eines Beetes mit altehrwürdigen Pflanzen sollte der Hortensie etwa ein Meter Platz gewährt werden, damit sich der Strauch in voller Pracht entfalten kann. Auch im Kübel auf dem Balkon sollte daran gedacht werden, dass eine Hortensie recht ausladend werden kann.

Der optimale Zeitpunkt zum Pflanzen ist der Frühling. Hortensien lassen sich aber auch im Spätsommer oder im zeitigen Herbst einpflanzen. Dann kann aber ein Winterschutz von Nöten sein (siehe weiter unten).

Hortensien pflegen und vermehren

Hortensien benötigen nur wenig Pflege, sie gelten aus pflegeleichte Gartenpflanzen. Zu beachten ist aber, der hohe Wasserbedarf. Insbesondere an heißen Sommertagen müssen Hortensien regelmäßig gegossen werden. Wird das Wässern unterlassen, lässt der Halbstrauch schnell Blätter und Blüten hängen und signalisiert so Wasserbedarf. Wird dann immer noch nicht gewässert, zeigen sich bald darauf die ersten vertrockneten Blattränder.

Hortensie blau

Blütenball einer blauen Hortensie.

Rückschnitt

Zur Pflege von Hortensien gehört neben dem Gießen noch das Schneiden der Sträucher. Eigentlich ist der Hortensienschnitt sehr einfach. Unter Hobbygärtnern herrscht allerdings häufig Verwirrung darüber, wann und wie der richtige Schnitt erfolgt. Grund für die Verwirrung ist einfach, dass es zwei unterschiedliche Schnittgruppen gibt: Das Zurückschneiden der Hortensienpflanze ist nämlich abhängig von der Sorte. Unterschieden wird die Schnittgruppe je nachdem, wann der neue Austrieb gebildet wird.

Schnittgruppe 1: Bauernhortensien, Tellerhortensien, Samt-Hortensien und Eichenblatt-Hortensien schneiden

Bei Sorten, die den Austrieb für das neue Gartenjahr schon im Vorjahr ausbilden, erfolgt im Frühjahr nur ein leichter Rückschnitt. Dazu gehören, neben der Gartenhortensie, folgende Hortensiensorten:

  • Bauernhortensien (Hydrangea macrophylla)
  • Tellerhortensien (Hydrangea serrata)
  • Fell- und Samt-Hortensien (Hydrangea aspera oder Hydrangea sargentiana)
  • Eichenblatthortensien (Hydrangea quercifolia)

Bei Hortensien dieser Schnittgruppe werden im Februar nur die Blütenreste abgeschnitten. Die Äste mit den bereits ausgebildeten Blatt- und Blütenknospen bleiben bestehen. Alte, verkümmerte oder verwachsene Zweige können natürlich auch entfernt werden. Wurde ein stärkerer Rückschnitt (Verjüngungsschnitt) im Vorjahr durchgeführt, treibt die Hortensienpflanze zwar neue Triebe aus, bildet in diesem Jahr aber nur sehr wenige oder keine Blüten aus.

Aus optischen Gründen kann sich ein Schnitt der verblühten und bereits vertrockneten Blüten bereits im Herbst anbieten. Die vertrockneten Blütenstände können aber auch über den Winter stehen bleiben. So schützen sie die darunter liegenden Knospen und sehen zudem noch attraktiv aus.

Schnittgruppe 2: Waldhortensien, Schneeballhortensien und Rispenhortensien schneiden

Wald- oder Schneeballhortensien (Hydrangea arborescens) und Rispen-Hortensien (Hydrangea paniculata) bilden ihre Blüten erst im Jahr der Blüte aus und gehören zur zweiten Schnittgruppe. Daher können diese Hortensienarten deutlich stärker zurückgeschnitten werden.

Rispen- und Ballhortensien können bereits im Herbst oder spätestens im Frühjahr bis auf ein Knospenpaar zurück geschnitten werden. Übrig bleiben dann nur kurze Triebe, die etwa 10 bis 15 cm lang sind. Wald- und Rispenhortensien belohnen diesen starken Rückschnitt mit einem üppigen Wuchs im neuen Gartenjahr. Diese Schnitt-Methode eignet sich für die sehr verbreitete Waldhortensie Annabelle, die ein prominenter der zweiten Schnittgruppe ist.Hortensie Annabelle

Hortensien düngen

Hortensien bevorzugen einen sauren Boden (pH kleiner 7). Der optimale Dünger sollte also den pH-Wert des Bodens nicht heben, sondern eher senken. Bewährt haben sich auh ein hoher Stickstoff- und Kaliumgehalt, dafür aber weniger Phosphor. Der optimale Düngzeitpunkt ist das Frühjahr vor dem Beginn der Wachstumsphase. Gedüngt werden kann aber bis Mitte oder Ende Juli.

Die einfachste Art um Hortensien zu Düngen und den Boden sauer zu halten, ist das Einbringen von speziellem Hortensiendünger. Wer schon Rhododendrondünger besitzt, kann übrigens auch diesen für Hortensien verwenden. Ein Spezialfall ist das Düngen Blauer Hortensien. Dieser enthält neben den notwendigen Nährstoffen auch noch Alaun. Alaun sorgt dann dafür, dass sich die Hortensienblüten blau färben und blühen. Werden blaue Hortensien nicht mit dem passenden Spezialdünger versorgt, lässt die Blaufärbung stetig nach.

Neben Hortensiendünger bieten sich noch Rinderdung, Kaffeesatz, Nadel- oder Laubkompost an. Auch das Mulchen mit Rindenmulch wirkt sich positiv auf Pflanzen und das Bodenklima aus. Weitere Informationen gibt es im ausführlichen Beitrag: Hortensien düngen.

Hortensien vermehren

Die Hortensien Vermehrung kann im Sommer mit Stecklingen aus Triebspitzen erfolgen. Die fünf bis zehn Zentimeter langen Stecklinge werden in Töpfe gesetzt, bis sie nach circa drei Wochen Wurzeln gebildet haben. Im ersten Jahr sollten die Jungpflanzen frostfrei überwintert werden, damit sie im Frühjahr ins Freiland gesetzt werden können.

Ball- und Waldhortensien und bilden von alleine Ableger, die im Spätsommer eingepflanzt werden können.

Überwintern

Die meisten im Freiland gepflanzten Hortensien überstehen den Winter ohne besonderen Schutz, sie gelten als winterhart. In kalten Lagen oder für neu gesetzte Pflanzen, kann sich ein Winterschutz allerdings anbieten, damit die Hortensienpflanze unbeschadet überwintern. Dazu sollte der Boden um den Strauch im Herbst mit Laub und Reisig abgedeckt werden.

In Kübeln gepflanzte Hortensien sollten auch vor starken Frösten geschützt werden. Dazu den Kübel mit Luftpolsterfolie und / oder Frostschutzmatten einwickeln. In sehr kalten Regionen sollten die Topf- oder Kübelhortensien in ein geschütztes Winterquartier umziehen.

Kritischer als die Kälte im Winter sind für Hortensien allerdings späte Fröste. Hat die Pflanze schon ausgetrieben und eine Kälteperiode setzt ein, kann es zu größeren Schäden der Pflanze kommen. Meistens erholt sich der Strauch wieder, in seltenen Fällen kann es aber auch zu Ausfällen kommen.

Krankheiten und Schädlinge

Insbesondere Läuse können den Hortensien bei sehr feuchtem Wetter zusetzen und die jungen Triebe welken und absterben lassen. Um die Pflanze zu stärken und unempfindlicher gegen Schädlinge zu machen, empfiehlt sich im zeitigen Frühjahr eine Sprühkur mit dem Sud aus Meerrettich, Knoblauch oder Wermutkraut. Ähnlich verhält es sich mit Schnecken, die die noch jungen Austriebe fressen und für große Schäden sorgen können. Hier hilft Absammeln oder der Einsatz von Schneckenkorn.

Auch Mehltau kann die Hortensie befallen. Bei befallenen Gehölzen hilft ein spezielles Pflanzenschutzmittel.

Bekommen junge Blätter eine gelbe Färbung mit grünen Blattadern, handelt es sich nicht um einen Schädling oder eine Krankheit im eigentlichen Sinn, sondern um eine Mangelerscheinung. Die Chlorose kann ein Anzeichen für einen basischen Boden oder für einen Eisenmangel sein. Abhilfe können mittelfristig entsprechende Dünger schaffen.