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Tomaten, Paradeiser – Anbau, Pflege und Ernte

Tomaten

Strauchtomaten wachsen an einer Rankhilfe hoch.

Die ursprünglich aus Südamerika stammende Tomate auch Paradeiser genannt (Solanum lycopersicum L.), hat einen beeindruckenden Siegeszug in den Küchen und Gärten Europas gefeiert. Kaum ein mediterranes Gericht oder ein schmackhafter Salat kommt ohne dieses rote Gemüse aus.

Der vielseitigen Verwendung und dem typischen Geschmack ist es zu verdanken, dass die Tomatenpflanze in fast jedem Nutzgarten an zu finden ist. Aber auch in Pflanzkübeln auf Balkonen und Terrassen lassen sich Tomaten erfolgreich kultivieren und versprechen eine leckere Ernte.

Die Tomate gehört genau wie Kartoffeln oder die Birnenmelone zu den Nachtschattengewächsen.

Setzlinge oder eigene Aufzucht?

Auf Wochenmärkten oder im Gartencenter, kann man schon vorgezogene kleine Tomatenpflanzen kaufen. Dies hat den Vorteil, dass man die Pflanzen, ab Mitte Mai, direkt in den Garten oder in Kübeln auf dem Balkon setzen kann. Diese Arbeitsersparnis muss man sich allerdings erkaufen. Günstiger und relativ einfach, ist hingegen die eigene Aussaat und Aufzucht von Tomaten aus Samen.

Aussaat von Tomaten

Tomaten keimen und wachsen relativ schnell in ein bis zwei Wochen. Daher ist eine Aussaat ab Mitte März zu empfehlen. Eine allzu späte Aussaat würde die Tomatenernte unnötig nach hinten verschieben.

Verteilen Sie die Tomatensamen auf einer Schale mit lockerer Anzuchtserde oder in einem Zimmergewächshaus und bedecken Sie sie dann mit einer dünnen Schicht Erde. Ein idealer Platz für die Schale ist die Fensterbank, an einem sonnigen Fenster. Tomaten keimen schneller, bei einer Temperatur von 20-24 °C. Nach der Keimung, kann die Umgebungstemperatur wieder gesenkt werden. Halten Sie das Pflanzsubstrat stets feucht, aber nicht zu nass, damit die Erde nicht schimmelt oder fault.

Sobald die Tomatenpflanzen vier bis fünf Blätter haben, kann sie pikiert (vereinzelt) werden. Dazu die kleinen Pflänzchen vorsichtig aus der Erde nehmen und in einen eigenen Topf umpflanzen. Sobald die Tomaten neue Wurzeln gebildet haben, werden sie schnell stärker und robuster gegenüber Krankheiten. Auch in der neuen Umgebung brauchen Tomaten genügend Wasser. Bei Gießen sollten Sie es vermeiden, Wasser über die Tomatenpflanze selbst zu gießen. Zu viel Feuchtigkeit an der Pflanze, erhöht das Risiko eines Krankheitsbefalls.

Als NAchbarn zu Tomaten eignen sich unter anderem Gurken und Oregano.

Abhärten und umpflanzen der Paradeiser

Bevor die Tomaten ab Mitte Mai ihre endgültige Position im Garten oder auf dem Balkon erhalten, empfiehlt es sich, die Tomatenpflanze im Vorfeld abzuhärten. Dazu die Pflanzen über Tag an einen sonnigen Platz stellen. Die Temperaturen sollten, zum abhärten, bei mind. 8 °C liegen.

Nach den Eisheiligen (Mitte Mai) können die Pflanzen endgültig ins Freiland oder in Kübel auf den Balkon gepflanzt werden. Idealerweise ist die Erde, im Herbst zuvor, mit Kompost gedüngt worden. Ansonsten kann man den Kompost auch beim umsetzen mit einarbeiten.

Pflege der Tomatenpflanzen

Pflanzen Sie die Tomaten nicht zu dicht zusammen. Die Pflanzen benötigen genug Luft und Licht. Stehen sie zu eng, besteht die Gefahr, dass sich durch mangelnde Luftzirkulation, zu viel Feuchtigkeit an den Pflanzen bildet, die die Tomaten schwächt und anfällig für Krankheiten macht.

Stützen Sie die Pflanzen mit einem Stab gegen umfallen oder brechen. Binden Sie dazu den Stamm mit Bast an den Stab. Stark wachsende Tomatensorten müssen regelmäßig neu an den stützenden Stab fixiert werden.

Etwa einen Monat nach dem umpflanzen, sollte die erste Düngung erfolgen. Im Fachhandel gibt es eine reichhaltige Auswahl an Universaldüngern und Tomatendüngern. Achten Sie aber darauf, dass Sie eine Überdüngung vermeiden.

Ausgeizen der Tomaten

Um den Früchten der Tomatenpflanze, sowie deren Hauptstamm ein schönes gleichmäßiges Wachstum gewährleisten zu können, muss die Tomate regelmäßig ausgegeizt werden. Als Geiztriebe werden die aus den Blattachseln wachsenden Seitentriebe bezeichnet.

Die Geiztriebe benötigen Kraft, um zu wachsen; diese Energie wird jedoch von den Früchten sowie dem Hauptstamm benötigt. Versäumt man es, die Tomate regelmäßig auszugeizen, wachsen sowohl der Stamm als auch die Früchte der Tomatenpflanze schlechter. Entdeckt man einen Geiztrieb zwischen Stängel und Blatt, sollte dieser daher so früh wie möglich entfernt werden.

Da diese unerwünschten Nebentriebe sehr weich sind, kann man sie einfach mit den Fingern abbrechen. Gelbe und kranke Blätter sollten ebenfalls sofort entfernt werden, da sie oft als Eingangstor für Pilzkrankheiten fungieren.

Mit einem Messer sollte man die Geiztriebe keinesfalls abschneiden, da die Gefahr, die Pflanze zu verletzen und somit Krankheitskeime zu übertragen, zu groß ist. Meist wurde dasselbe Messer schon zuvor zum Bearbeiten anderer Pflanzen eingesetzt, was das Risiko einer Übertragung dieser gefährlichen Keime noch verstärkt.

Die Pflanze sollte ungefähr zweimal in der Woche ausgegeizt werden, damit einer erfolgreichen Ernte nichts im Wege steht.

Neben dem entfernen der Seitentriebe, sollten vertrocknete oder welke Blätter regelmäßig entfernt werden.

Neue Blüten entfernen

Ab Ende August, sollten noch vorhandene Blüten entfernt werden. Die aus den Blüten entstehenden Tomaten, würde in der kurzen Zeit bis zum Saisonende, nicht mehr reifen. Trotzdem würde die Tomatenpflanze die neuen Früchte mit Wasser und Nährstoffen versorgen, die besser den bereits bestehenden reifenden Tomaten zur Verfügung stehen sollten.

Ernte der Tomaten

Je nach Sorte der Tomaten, kann man diese zwischen Juni bis Oktober ernten. Tomaten aus dem eigenen Garten schmecken viel intensiver und besser als gekaufte. Gekaufte Tomaten sind aufgrund langer Transportwege grün geerntet und reifen dann auf dem Weg zum Kunden. Diesen Unterschied, schmeckt man gleich beim ersten Biss, in eine frische selbst gezogene Tomate.