Mirabellenbaum

Der Mirabellenbaum (Prunus domestica subsp. syriaca) ist eine Unterart der Pflaume und gehört wie auch Kirschen oder Pfirsiche zur Familie der Rosengewächse. Mirabellen werden auch als Gelbe Zwetschgen bezeichnet, da die kugeligen Früchte zu ihrer Reifezeit überwiegend gelb mit leichten roten und gelben Flecken aussehen.

Mirabellenfrüchte
Mirabellenfrüchte am Baum.

Mirabellenbäume wachsen weniger als Bäume, sondern eher als Sträucher, die oft nicht höher als drei Meter, dafür recht ausladend gedeihen. Sie bilden viele aufrechte Äste, die sich jedoch stark verzweigen und an denen sich häufig bereits im April zahlreiche kleine, weiße Blüten zeigen, die später die ebenso zahlreichen Früchte ausbilden.

Das Laub entwickelt sich zeitgleich mit den Blüten. Die Blätter sind eher klein, eiförmig-elliptisch und in einem meist blassen Grün.

Die kugeligen Früchte erreichen zumeist Durchmesser von einem bis zu drei Zentimetern je nach Sorte. Die Fruchtschale ist den Pflaumen nach typisch ledrig glänzend; das Fruchtfleisch hingegen ist süß und löst sich bei voller Reife der Frucht leicht vom Kern.

Mirabellen reifen zum Teil bereits im Juni, häufig auch im Juli und zählen damit zu den zeitigen Obstsorten. Sie können roh, aber auch eingeweckt verzehrt werden.

Pflanzung und Standort

Mirabellenbaum
Mirabellenbaum auf einer Obst-Plantage.

Mirabellen gelten als sehr zeitige Blüher im Jahr als empfindlich hinsichtlich der Spätfröste im Frühjahr. Deshalb sollten sie einen geschützten, möglichst hellen, halbschattigen oder sonnigen Standort erhalten. Gut eignet sich eine Hauswand, eine Mauer oder eine immergrüne Hecke im Hintergrund.

An den Boden stellen sie keine besonderen Ansprüche, lediglich Staunässe ist zu vermeiden. Gepflanzt werden kann ein Mirabellenbaum im Herbst oder Frühjahr in Abständen von etwa drei Metern. Die Pflanzung kann sehr gut in der Nähe anderer Obstgehölze wie Pfirsichen, Johannisbeeren oder weiteren Pflaumenbäumen erfolgen.

Es empfiehlt sich, bereits zur Pflanzung verrotteten Kompost oder Stalldung einzuarbeiten sowie um die Baumscheibe herum ausgiebig zu mulchen. Die Mulchschicht sollte dann jährlich erneuert werden und liefert ausreichende Nährstoffe. Zudem kann Feuchtigkeit besser gespeichert werden.

Pflege und Schnitt

Mirabellenbäume wachsen recht schnell und erreichen daher auch recht zügig beachtliche Größen und Umfänge. Sie sollten deshalb direkt nach der Blüte stark ausgelichtet werden, sodass Laub, Früchte und Äste genügend Licht und Luft erhalten. Je kontinuierlicher ein Schnitt ausgeführt wird, desto höher sind die Erträge in den Folgejahren zu beurteilen.

Bei Trockenheit sollte der Baum regelmäßig gewässert werden.

Ernte und Vermehrung

Mirabellen sind je nach Sorte im Hochsommer reif. Je nach Sorte zeigen sie dann die typisch gelbe Farbe mit zum Teil vorhandenen roten oder grünen Flecken. Sie sollten einschließlich ihrer kleinen Fruchtstiele von den Ästen entfernt werden.

Mirabellenblüte
Mirabellenbäume blühen recht früh im Jahr.

Mirabellen wachsen häufig wild und vermehren sich auf diese Art und Weise. Diese kernechten Bäume oder Sträucher ähneln den veredelten Bäumen in ihrer Wuchshöhe und ihrem Wachstum sehr stark. Lediglich die Früchte fallen dann meist kleiner aus als von veredelten Pflanzen, sind trotzdem sehr süß und wohlschmeckend.

So können die Kerne ausgereifter Früchte leicht angefeilt und einzeln in einem Topf mit normaler Gartenerde bis zur Keimung sowie das erste Jahr kultiviert werden. Sie sollten jedoch erst im Jahr danach, möglichst im späten Frühjahr, ins Freiland an einen geeigneten Standort verpflanzt werden.

Krankheiten und Schädlinge

Der Pflaumenwickler legt seine Eier in den Früchten sowie auf dem Laub der Pflaumenbäume ab. Die daraus entstehenden Maden ernähren sich häufig mit dem süßen Fruchtfleisch und hinterlassen dunkle Kothäufchen an den Ein- und Ausgängen auf der Frucht. Mirabellenbäume gelten jedoch als weniger anfällig gegenüber dem Pflaumenwickler als Bauernpflaumen oder Zwetschen. Sollte der Baum jedoch trotzdem befallen werden, empfiehlt sich das Anbringen eines Fanggürtels um die Leitäste sowie gegebenenfalls um einen vorhandenen Stamm.

Ansonsten sind keine weiteren Krankheiten oder Schädlinge für den Mirabellenbaum von besonderer Bedeutung.

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