Flieder

Der Flieder (Syringa vulgaris) gehört zur Familie der Ölbaumgewächse und zählt zu den sehr alten Blütengehölzen, welches im 16. Jahrhundert in Deutschland eingeführt wurde. Etwa dreißig verschiedene Arten stammen ursprünglich aus Asien und Südosteuropa.

Mit seinem eher ländlichen Charme wurde er viele Jahre von Gartenfreunden eher gemieden, da die Sortenvielfalt nicht besonders abwechslungsreich war. Mittlerweile gibt es Sorten des Flieders, der deutlich verbesserte Eigenschaften zeigt. Neue Züchtungen sind wesentlich robuster und kompakter, ihre Blüten sind zum Teil zweifarbig, obwohl lediglich hierbei die Knospen deutlich dunkler als die Blütenblätter sind. Es gibt Sorten, die eine Wuchshöhe bis zu sechs Metern erreichen und auch in die Breite stark wachsen.

Auch Züchtungen, die einstämmig als kleine Blütenbäume gezogen wurden, sind erhältlich. An bis zu zwanzig Zentimeter langen Blütenrispen zeigen sich von April bis Mai die duftenden kleinen Blüten in Farben von Weiß über Rosa bis hin zu Dunkelviolett in gefüllten oder ungefüllten Blüten.

Pflanzung und Standort

Flieder bevorzugt einen sonnigen Standort, gedeiht jedoch auch im Halbschatten. Hier bildet er jedoch wesentlich weniger Blüten und keine dichte Krone.

Flieder Garten
Wunderschöner Flieder im Garten.

Er ist sehr windfest und kann daher auch in freien Lagen als Sichtschutz verwendet werden.
Veredelter Flieder wächst am besten auf nährstoffreichen, trockenen Böden. Staunässe und verdichteten Boden mag er jedoch nicht.

Eine Pflanzung sollte im Herbst oder im Frühjahr vorgenommen werden. Hierbei gilt zu beachten, dass der Edelflieder tiefer eingesetzt wird, als er gestanden hat, da dann auch die Veredelungsstelle bewurzelt wird. Ansonsten kann es dazu führen, dass nur unveredelte Ausläufer nachwachsen.

Je nach Sorte sollte der Flieder in Einzelstellung oder in der Nachbarschaft anderer Blütensträucher gepflanzt werden. Hier eignen sich Weigelien, Zierkirschen oder Duftjasmin. Auch die Nachbarschaft zu Rhododendren ergibt zur Blütezeit oftmals ein eindrucksvolles Bild. In der Nähe zu Schleifenblumen und Vergissmeinnicht wirkt der Flieder ebenso passend.

Pflege, Düngung und Vermehrung

Nach der Blüte sollten die Rispen bis zu den nächsten Seitentrieben abgeschnitten werden. Das sichert im darauffolgenden Jahr einen größeren Blütenreichtum, da die Samenansätze den Strauch ansonsten stark beanspruchen.

Flieder kommt sehr gut mit Trockenheit aus. Trotzdem können zur besseren Versorgung Hornspäne oder Langzeitdünger eingearbeitet werden. Die bessere Feuchtigkeitsspeicherung wird mit der Gabe reifen Kompostes im Frühjahr erreicht.
Durch einen kräftigen Rückschnitt der Hauptäste im Herbst auf vierzig bis sechzig Zentimeter können vergreiste, alte Sträucher verjüngt werden. Wer lediglich ein Fliederbäumchen haben möchte, schneidet möglichst schon am jungen Strauch alle Nebenäste und Seitentriebe ab.

Eine Vermehrung durch Seitentriebe verspricht meist nur unveredelten Flieder.

Krankheiten und Schädlinge

Manchmal befällt den Flieder die Fliedermotte. Die Blätter zeigen dann unregelmäßige braune, teilweise getrocknete Flecken, die von kleinen Raupen verursacht werden. Auch die Vertlillium-Welke, eine Pilzerkrankung der Wasserleitungsbahnen, lässt die Pflanze absterben, tritt jedoch nicht sehr häufig auf. In beiden Fällen helfen lediglich chemische Mittel und ein Standortwechsel.

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