≡ Menu

Schildläuse bekämpfen (Coccoidea)

Schildläuse (Coccoidea) gehören zu den Insekten und sind mit etwa neunzig Arten in Mitteleuropa vertreten. Sie erreichen Körperlängen zwischen 0,8 und sechs Millimetern. Ein typisches Merkmal der Schildläuse sind die festen, gepanzerten Rückenschilder. Die Farbe der Schildläuse passt sich zudem dem Lebensumfeld an, sodass sie zum Teil leicht übersehen werden können, zumal sie sich häufig an Blattunterseiten und zwischen den Trieben einer Pflanze aufhalten. Ihre Farben variieren deshalb von Braun über Grau bis hin zu Schwarz.

Schildläuse gelten als unbeweglich, saugen jedoch mit einem Rüssel den Pflanzensaft aus. Durch ihre Unbeweglichkeit bleiben ältere Tiere an einem Standort. Die Ausbreitung erfolgt jedoch aufgrund der beweglichen Larven.

Schildläuse blatt

Schildläuse auf einem Blatt.

Außerdem bilden ihre Ausscheidungen den sogenannten Honigtau, der einen idealen Nährboden für Rußtaupilze bildet. Sichtbar wird ein Befall durch Schildläuse durch klebrige, glänzende Ablagerungen auf Trieben und Blättern. Befallene Pflanzen zeigen später oft gelbes, schlappes Laub, bevor sie beginnen zu verkümmern und schließlich absterben.

Besonders häufig werden vor allem hartlaubige Pflanzen sowie Zimmerpflanzen befallen. Gefährdet sind deshalb zum Beispiel Oleander, Zitrusbäume, Oliven und verschiedene Palmenarten, aber auch Aralien, Efeu, Gummibaum und Ficus-Arten. Auch Obstbäume und -sträucher bleiben von den ungeliebten Schädlingen nicht verschont.

Schildläuse treten insbesondere bei ungünstigen Rahmenbedingungen auf. So werden viele Pflanze zur Überwinterung in zu warme Räume gestellt. Dieses warme, gleichbleibende Klima fördert die Vermehrung der Schildläuse maßgeblich, deshalb sollte für kühlere Temperaturen gesorgt werden. Auch ausreichend Frischluft und das tägliche Abspritzen der Blätter mit Wasser sind ratsame Vorbeugungsmaßnahmen. Gleichwohl sollte Staunässe vermieden werden.

Gleichzeitig empfiehlt es sich, eine regelmäßige Kontrolle hinsichtlich eines Befalls durch Schildläuse durchzuführen. Dazu sollten vor allem Blattunterseiten und Triebe gründlich kontrolliert werden.

Werden erste Schädlinge entdeckt, sollten befallene Blätter entfernt und entsorgt und zudem ein Austausch der Erde vorgenommen werden. Gleichermaßen empfiehlt sich die Isolation befallener Pflanzen, damit ein Übergehen der Schädlinge auf andere Pflanzen unterbleibt.

Biologische Bekämpfung und Hausmittel gegen Schildläuse

Schildläuse gelten als weitgehend resistent gegen eine Bekämpfung. Trotzdem gibt es etliche Möglichkeiten, auf biologischer Basis gegen sie anzugehen.

Schildlaeuse Coccoidea auf Stängel

Schildlaeuse (Coccoidea) auf einem Stängel.

So hat sich ein Gemisch aus 30 ml Brennspiritus, 30 g Schmierseife und zwei Litern warmem Wasser bewährt. Nach etwa einer halben Stunde Standzeit kann die Lösung mittels eines Pinsels auf befallene Pflanzenteile aufgetragen werden. Die Prozedur sollte täglich wiederholt werden, bis keine Schädlinge mehr sichtbar sind.

Eine weitere Möglichkeit besteht in der Verwendung von Tabak oder Zigarettenasche. Etwa 200 g Tabak werden mit einem Liter kochenden Wasser übergossen. Nach circa einer Stunde kann die Lösung durch ein Sieb gegeben werden und auf befallene Pflanzen gesprüht oder gepinselt werden.
Auch Zigarettenasche gilt als bewährtes Hausmittel gegen Schildläuse. Diese wird auf dem Boden der Pflanze großzügig ausgebracht und vertreibt die ungeliebten Schädlinge.

Die genannten Bekämpfungsvarianten sind jedoch nur dann anzuraten, wenn sich weder kleine Kinder noch Haustiere in unmittelbarer Nähe aufhalten, da die verwendeten Mittel schleimhautreizend und gesundheitsgefährdend wirken können. Deshalb empfiehlt sich außerdem das Arbeiten mit Handschuhen sowie ein umsichtiger Umgang mit den genannten Mitteln.

Sind Obstbäume oder -sträucher befallen, eignet sich ein Auszug aus Farnkraut zur Bekämpfung. Hierfür werden 100 g frisches Farnkraut auf ein Liter Regenwasser angesetzt. Nach etwa drei Tagen wird der Sud im Verhältnis 1:10 verdünnt und kann mithilfe einer Spritze aufgetragen werden. Der Vorgang sollte wöchentlich und ausgiebig wiederholt werden.

Chemische Behandlung

Da sich die Schildläuse aufgrund ihres Panzers sehr gut gegen äußerlich aufgebrachte Mittel schützen können, werden chemische Mittel meist in den Erdboden eingebracht. Durch die Wurzeln gelangen die Giftstoffe in die Pflanzen, die Läuse saugen den nunmehr giftigen Pflanzensaft auf und verenden schließlich etwas später. Geeignete Mittel können im Fachhandel erworben werden.