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Radicchio – Anbau und Pflege

Radicchio ist ein Verwandter des Chicoree, und gehört ebenso zur Familie der Zichorien. So wird die Salatsorte gemeinhin auch als italienische Zichorie oder botanisch als Cichorium intybus var. foliosum betitelt.

Während Radicchio früher fast ausschließlich aus Italien importiert wurde, ist seit Mitte der 80er Jahre auch der Anbau hierzulande gefragt. Vor allem die Sorte Radicchio Rosso die Chioggia hat sich in den vergangenen Jahren international durchgesetzt.  Überwiegend kommt Radicchio als Salat zum Einsatz, kann jedoch auch gekocht oder gegrillt verzehrt werden.

Standort, Pflanzung und Fruchtfolge

Radicchio

Radicchio richtig pflegen

Radicchio wächst am besten an einem halbschattigen oder sonnigen Standort. Darüber hinaus bietet ein lockerer, tiefgründiger Boden, reich an Humus und Nährstoffen, die besten Voraussetzungen für ein gesundes Wachstum.

Die Aussaat der Nutzpflanze erfolgt Mitte Juni bis Ende Juli – einige Sorten können auch im Herbst ausgesät werden. Bei der Aussaat sollte auf einen Reihenabstand von etwa 30 cm geachtet werden, die Sämlinge sollten auf einen Abstand von 25 bis 35 cm ausgedünnt werden. Sorten, die als winterhart gelten, sollten dahingegen nur auf 12 bis 15 cm ausgedünnt werden.

Radicchio ist als Mischkultur bestens geeignet, und kann neben Borretsch, Dill, Gurke, Fenchel, Kohl oder Schnittlauch angepflanzt werden. Dagegen sind Petersilie, Radieschen und Sellerie keine guten Nachbarn für das italienische Gewächs.

Bei Radicchio handelt es sich um eine zweijährige Pflanze, die jedoch in der Regel nur einjährig kultiviert wird. Die typische Rotfärbung tritt erst durch stärkere Temperaturschwankungen ein, die zwischen Tag und Nacht auftreten.

Radicchio Pflege und Düngung

Radicchio gilt als recht anspruchslose Pflanze. So ist in der Regel kein zusätzlicher Dünger erforderlich, um ein erfolgreiches Gedeihen zu gewährleisten.
Allerdings sollte auf eine reichliche Feuchtigkeitszufuhr geachtet, Staunässe dabei jedoch vermieden werden. Darüber hinaus sollte das Beet regelmäßig gehackt werden.

Winterharte Radicchio-Sorten sollten in der kälteren Jahreszeit mit einer Haube geschützt werden, oder alternativ im Folientunnel kultiviert werden. Dabei muss jedoch auf ausreichendes und regelmäßiges Lüften geachtet werden.

Darüber hinaus sollte bei Sorten zum Überwintern das Blattwerk von September bis November geschnitten werden, so dass der Strunk auf eine Länge von etwa 3 bis 4 cm kommt.

Ernte und Vermehrung des Radicchio

Die Ernte von Radicchio erfolgt etwa 8 bis 10 Wochen nach der Aussaat, in der Regel zwischen Oktober und Anfang November. Ist früher Frost zu erwarten, so sollten die Pflanzen vorsichtshalber mit Folie abgedeckt werden – denn Radicchio ist in vielen Sorten nur bedingt kälteresistent.

Eine Anzucht von Radicchio ist insbesondere im Glashaus empfehlenswert, da die Anzucht nur bei konstant warmen Temperaturen gelingt. Besser ist es, die Pflanzen direkt im späten Frühjahr / Frühsommer im Freiland auszusäen.

Krankheiten und Schädlinge

Als besonders krankheitsanfällig gilt Radicchio nicht. Dennoch kann es sein, dass sich Blattläuse auf den Salatpflanzen festsetzen. Diese lassen sich mit speziellen Pflanzenschutzmitteln, oder besser mit nichtchemischen Hausmitteln vertreiben- vorbeugend empfiehlt sich ein so genanntes Kulturschutznetz.

Vereinzelt kann auch Blattrandbrand bei Radicchio auftreten. Dieser kann durch eine zu reichliche Stickstoffdüngung hervorgerufen werden, ebenso wie durch eine zu späte Entfernung des Schutzvlieses bei der Aufzucht im Frühjahr.
Eine zu starke Düngung kann bei Radicchio außerdem dazu führen, dass die Köpfe zu faulen beginnen.