Zikaden

Zikaden (Auchenorrhyncha) sind kleine, an Pflanzen saugende Insekten, die zu den Gleichflüglern gehören. Weltweit sind etwa fünfundvierzigtausend Arten bekannt, die in vielen Farben vorkommen. Besonders in wärmeren Gebieten sind sie zudem für eine unglaubliche, abendliche Geräuschkulisse verantwortlich, da sie oftmals summende Töne von sich geben. Hierbei handelt es sich um Singzikaden.

Zikaden
Einige Zikaden sind eher unauffällig…

In Deutschland kommen Singzikaden seltener vor. Hier leben vor allem kleine, nur wenige Millimeter große Zikaden, deren Gesang nur mit technischen Hilfsmitteln zu hören ist. Sie sind außer im Wasser fast überall verbreitet und können insbesondere an Zierpflanzen große Schäden anrichten. Trotzdem sind etwa fünfzig Prozent aller hier vorkommenden Arten geschützt, da sie vom Aussterben bedroht sind.

In der Natur- und Landschaftsplanung gelten Zikaden als sogenannte Zeigertiere oder Bioindikatoren, da sie eine ausgeprägte räumliche und zeitliche Sensitivität aufweisen und sehr stark und schnell auf Veränderungen in ihrer Umgebung reagieren.

Jedoch sind Zikaden zum Beispiel für das Knospensterben an Rhododendrenoftmals verantwortlich. Während der Eiablage infizieren sie die Knospen des Strauches mit den Pilzsporen der Knospenbräune, sodass eine Blüte im nächsten Jahr ausbleibt.

Auch Rosen, Hainbuchen, Salbei, Melisse, Basilikum, Thuja und weitere Zier- und Gemüsepflanzen stehen auf dem Speisezettel der Zikaden.

Blutzikaden
… andere Zikaden, wie bspw.. die Blutzikade, besitzen ein auffälliges Äußeres.

Sie saugen die Pflanzensäfte der Gehölze mit ihren Saugrüsseln aus oder übertragen verschiedene Pilzsporen, sodass die Pflanzen bei starkem Befall absterben oder sehr unansehnlich werden. So verursachen sie zum Teil starke Frucht- oder Triebschäden.

Zikaden vermehren sich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten, je nach Art. Manche benötigen von der Befruchtung über die Eiablage bis zum Schlupf nur wenige Tage, andere wiederum sogar mehrere Jahre.

Als Hauptfeinde der Zikaden gelten vor allem Ameisen, Spinnen und Raubwanzen, aber auch Vögel und Weichwanzen.

Biologische Bekämpfung und Hausmittel

Die Bekämpfung der Zikaden gilt als recht schwierig. Trotzdem kann man in den frühen Morgenstunden bei Windstille versuchen, stark verdünnten Essig-Essenz vor allem auf die Blattunterseiten betroffener Pflanzen zu sprühen. Essigsäure mögen Zikaden eher nicht.

An Rhododendren sollte dies bereits kurz nach dem Ausbrechen der verblühten Teile geschehen, damit die Zikaden im Spätsommer nicht zur Eiablage gelangen.

Gegen Zikaden helfen auch Gelbtafeln oder Gelbstickern. Besonders in Gewächshäusern wirken Gelbtafeln besonders gut gegen Schädlinge.

Auch die Anwendung von Niemöl (Neemöl) verspricht Erfolge im Kampf gegen Zikaden, dazu wird eine Lösung aus 5 ml Niemöl, 1,5 ml Rimulgan und 1 Liter Wasser hergestellt und dann auf die betroffenen Pflanzen gesprüht.

Chemische Bekämpfung

Für die Bekämpfung der Larven sowie der erwachsenen Tiere sollte man sich im Fachhandel beraten lassen oder ein Universalinsektizid aufsprühen.

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