Quittenbaum

Der Quittenbaum (Cydonia oblonga) zählt zu den Kernobstgewächsen innerhalb der Familie der Rosengewächse. Weltweit gibt es nur eine Art der Quitte, wobei sich Apfel- und Birnenquitten lediglich durch eine verschiedene Fruchtform unterscheiden. Quitten werden nicht roh verzehrt, sondern zu Marmelade oder Gelee verarbeitet.

Apfelquitten
Die Früchte der Apfelquitte sehen wirklich aus wie Äpfel.

Quitten sind sommergrüne Sträucher oder kleine Bäume, die Wuchshöhen zwischen vier und acht Metern erreichen. Ihr Laub ist einfach, wechselständig angeordnet und vor allem die jungen Blätter sind leicht behaart. Die Rinde der jungen Zweige ist zum Teil zart violett und ebenfalls behaart. Werden die Zweige und Äste kräftiger, verfärben sie sich braunviolett und sind in ihrer Struktur glatt.

Zwischen Mai und Juni öffnet die Quitte ihre bis zu fünf Zentimeter großen, weißen, meist rosa überlaufenen Blüten. Da sie sich selbst befruchtet, ist kein zweites Gehölz vonnöten, um reichlich gelbe, etwas pelzige Früchte im Spätherbst zu ernten. Hierbei gelten die Apfelquitten als die größeren, die teilweise so groß wie Handbälle werden können. Birnenquitten sind meist kleiner, jedoch vielfach auch zahlreicher am Gehölz vorhanden.

Pflanzung und Standort

Quitten gelten als sehr anspruchslos und wachsen in tiefgründigen, nährstoffreichen Mittelböden in warmen Lagen am besten. Sie vertragen jedoch auch halbschattige Standorte sehr gut.
Schwere oder sandige Böden sollten mit reichlich Torf aufgewertet werden.

Birnenquitte
Wohingegen die Birnenquitte birnenförmige Früchte besitzt.

Die meisten Quitten wachsen relativ langsam und schwach, sodass sie auch in kleinen Gärten in der Nähe von anderen Obstbäumen, wie Birnen- oder Apfelbäumen, oder -sträuchern, wie Johannis– oder Stachelbeeren, kultiviert werden können.

Die Pflanzung erfolgt im zeitigen Frühjahr am besten im März. Die Pflanzgrube sollte der Größe des Wurzelballens entsprechen. Nach dem Einsetzen des Gehölzes wird das Pflanzloch mit der aufgeworfenen Erde nach und nach aufgefüllt und festgetreten. Die Veredelungsstelle ist dabei von Erde freizuhalten und sollte mindestens zehn Zentimeter aus der Erde ragen. Zum Schluss wird durchdringend und reichlich gewässert.

Pflege und Schnitt

Quitten benötigen in den Jahren wenig Pflege. Das hängt vor allem mit der Schwachwüchsigkeit zusammen, die einen Auslichtungsschnitt nur selten nötig werden lässt und meist erst nach vielen Standjahren. Allerdings sollten sie vor allem in trockenen Perioden regelmäßige Wassergaben erhalten.

Dabei werden alle toten, dünnen, nach innen oder kreuzend wachsende Äste und Zweige bis an die Basis abgeschnitten.

Vor dem Einpflanzen sollte jedoch ein Pflanzschnitt vorgenommen werden. Hierfür werden die Wurzeln an ihren Enden nochmals glatt geschnitten. Ähnlich wie bei Apfel- und Birnbäumen werden zudem ein Mittelast sowie drei bis vier Seitentriebe so eingekürzt, dass der Mittelast mit circa zwanzig Zentimetern die Seitentriebe überragt.
Wird kein Strauch, sondern ein Baum herangezogen, sollte er für den besseren Halt einen Stützpfahl erhalten.

Ernte

Quitten benötigen manchmal einige Zeit, zum Teil vier bis acht Jahre, bis sie Früchte tragen. Deshalb sollte man Geduld aufbringen und sie in Ruhe wachsen lassen. Reifen die ersten Früchte und weisen statt einer grünen eine gelbe Färbung auf, können sie zwischen Oktober und November geerntet und verarbeitet werden. Sie gelten als die letzten Früchte des Jahres in unserer Klimazone, die erst im Spätherbst reifen.

Krankheiten und Schädlinge

Wassermangel kann zu weniger perfekten Früchten führen und sollte deshalb vermieden werden.

Quitten gelten zudem als Hauptwirt für den Feuerbrand, der sich durch Welken und schwarze Verfärbungen der Blätter deutlich zeigt. Befallene Pflanzen wirken dann wie verbrannt. Junge, von Feuerbrand befallene Pflanzen sterben innerhalb weniger Wochen ab, ältere etwas später.

Hervorgerufen wird die Krankheit durch Bakterien, die sich seuchenartig vor allem bei feuchter Witterung im Frühjahr ausbreiten und sogar Fröste überleben können. Da vor allem Kernobst durch das Bakterium gefährdet ist, besteht beim Verdacht oder dem Auftreten der Krankheit in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz eine Meldepflicht.

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