Ackerschachtelhalm

Ackerschachtelhalm

Der Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) gehört zur Familie der Schachtelhalmgewächse. Bereits im 16. Jahrhundert wurde seine blutstillende Wirkung gerühmt. Der berühmte Kneipp empfahl den Schachtelhalm sogar bei Blasenkrankheiten und Blutungen.

Weil mit den harten Schachtelhalmen aufgrund des hohen Gehalts an Kieselsäure in früherer Zeit besonders Zinn geputzt wurde, nannte man ihn auch Zinn-, Kannen– oder Scheuerkraut. Bekannt sind außerdem die Bezeichnungen Pipenstal (Pfeifenstiel), Hollpiepen, Katzenschwanz, Rattenschwanz und Fuchszagel.

In unseren Gärten gilt der Ackerschachtelhalm eher als ausdauerndes Unkraut, da er über eine kriechende Grundachse unterirdisch überwintert und sich damit auch stark vermehrt.

Aussehen und Vorkommen

Ackerschachtelhalm
Der Ackerschachtelhalm ist unter vielen Namen bekannt. Den meisten Gärtnern ist er eher als Wild- oder Unkraut bekannt. Ein Ackerschachtelhalmsud lässt sich aber auch gegen Blattläuse einsetzen.

Aus der Grundachse wachsen meist einjährige, schon im Herbst angelegte Sprosse, die ihre Glieder im Frühjahr strecken. Die Sprosse führen kein Blattgrün, tragen aber eine endständige fruchttragende Ähre mit Sporen.

Nach der Sporenreife sterben diese ab. Anschließend treibt der Wurzelstock zahlreiche unfruchtbare, grüne, quirlig verzweigte Sprosse mit Höhen von etwa vierzig Zentmietern, den uns bekannten Schachtelhalm.

Wegen seiner scharfkantigen Stängelglieder wird die Pflanze Schachtelhalm genannt. Zudem kommt er äußerst häufig auf Brachflächen, Wegrändern, Gebüschen und vor allem Äckern vor. Er bevorzugt nicht zu nasse, aber feuchte Lehm- und Sandböden. Er wächst vom Tiefland bis in alpine Regionen (2500 Meter).

Die Pflanze ist über den größten Teil der nördlichen Halbkugel verbreitet. In Amerika reicht ihr Verbreitungsgebiet weit nach Süden bis über den Äquator.

Verwendung

Vor allem für den Garten kann der Ackerschachtelhalm einer sinnvollen Verwendung zugutekommen. Das Kraut des Ackerschachtelhalms kann von Juni bis September gesammelt werden. Schadhafte Pflanzenteile müssen entfernt werden. Danach wird das Kraut in dünner Schicht getrocknet und dabei häufig umgewendet.

[the_ad_placement id=“im-content“]Das frische oder getrocknete Kraut dient zur Herstellung einer Spritzbrühe, die viele Gartenpflanzen stärkt und zudem einige Schädlinge erfolgreich vertreibt. Für eine Brühe werden fünfhundert Gramm des Krauts circa fünf Minuten aufgekocht und einen Tag stehengelassen. Dann kann die fertige Spritzbrühe verwendet werden. Vor allem die enthaltene wasserlösliche Kieselsäure härtet fast alle Pflanzen gut ab.

Besonders Blattläuse mögen die Spritzbrühe gar nicht. Zur Stärkung und frühzeitigen Abwehr vieler Schädlinge empfiehlt es sich deshalb, Rosen, Erdbeeren sowie die meisten Obstbäume und Stauden mit der Ackerschachtelhalmbrühe zu bespritzen.

Außerdem kann das getrocknete Kraut zur Heilung schlecht heilender Wunden und Geschwüre, für Mundspülungen oder als Gurgelmittel benutzt werden.

Wegen seines hohen Flavonoiden- und Saponinengehalts wird er außerdem als harntreibendes Mittel bei Nieren- und Blasenerkrankungen angewendet.

Bekämpfung

Da der Ackerschachtelhalm sich nicht nur durch seine unterirdischen Rhizome, sondern auch über seine Sporen vermehrt, gestaltet sich seine Bekämpfung recht schwierig.

Günstig ist, seine Standortbedingungen zu verschlechtern. Da er vor allem feuchte Böden mag, sollte versucht werden, ihm mittels einer Drainage das Wasser zu entziehen. Oftmals ist dies natürlich den Nachbarschaftspflanzen kaum zuzumuten, sodass lediglich ein gründliches Ausgraben in kurzer Folge hilfreich ist. Hierbei müssen die unterirdischen Ausläufer möglichst auch erfasst werden.

Hält man dies konsequent über wenigstens zwei Jahre durch, wird sich die Wuchsfreudigkeit des Schachtelhalms zumindest etwas eindämmen lassen. Bevorzugte Standorte wird er jedoch immer wieder aufgrund der Vermehrung über Sporen heimsuchen, sodass das Entfernen des lästigen Unkrauts durchaus wiederholt werden muss.

Bei sehr starkem Befall können schließlich auch Herbizide eingesetzt werden.