Echter Kümmel oder Wiesenkümmel

Echter Kümmel oder Wiesenkümmel

Wiesenkümmel (Carum carvi), auch Gemeiner oder Echter Kümmel, gehört zur Familie der Doldengewächse und ist eine alte Gewürz- und Heilpflanze, die bereits seit dem frühen Mittelalter bekannt ist.

Sowohl die Früchte als auch das enthaltene ätherische Öl werden wegen ihrer krampflösenden Eigenschaften oft als blähungstreibendes, als Magen- und als gallenflussförderndes Mittel verordnet. Kümmel wirkt beruhigend auf den Magen, regt den Appetit an und wirkt zudem verdauungsfördernd. Auch als Zusatz schwerverdaulicher Speisen sowie mit äußerlicher Anwendung gegen Hautparasiten wird der Wiesenkümmel heute noch verwendet.

Wiesenkuemmel
Blühender Wiesenkuemmel (Carum carvi).

Der Wiesenkümmel wächst als zweijährige, dreißig bis einhundert Zentimeter hohe Pflanze mit einer spindelförmigen, fingerdicken Wurzel. Im zweiten Jahr treibt sie einen aufrecht, kantig gerieften Stängel, der bereits am Grund verästelt ist. Dieser trägt entfernt stehende, fiederteilige Laubblätter. Die mittelgroßen Dolden, die von Mai bis Juni erscheinen, setzen sich aus acht bis sechzehn kleinen Döldchen zusammen. Die Kronenblätter sind weiß bis rot.

Die Früchte entstehen nach der Blüte in der Zeit zwischen Juni und Juli. Die Spaltfrucht wird etwa fünf Zentimeter lang und zerfällt bei der Reife in die beiden bekannten, sichelförmigen Teilfrüchte.

Der Wiesenkümmel wächst in vielen Teilen Europas vor allem auf Wiesen (daher der Name), Äckern und an Wegrändern. Naturlich lässt er sich, wie andere Kräuter, auch gut im Garten ziehen und kultivieren.

Pflanzung und Standort

Der Echte Kümmel bevorzugt sonnige bis halbschattige Lagen. Der Boden sollte sandig-lehmig sowie trocken bis frisch sein. Zur Pflanzung kann reifer Kompost oder Stalldung eingearbeitet werden.

Wiesenkümmel sollte in kleinen Gruppen von etwa sechs bis acht Pflanzen in Abständen von etwa vierzig Zentimetern im Frühjahr oder Sommer gepflanzt werden.

Passend ist der Wiesenkümmel in der Nähe anderer Gewürzpflanzen wie etwa Dill, Petersilie, Bohnenkraut, Rosmarin oder Majoran.

Pflege und Düngung des Wiesenkümmel

[the_ad_placement id=“im-content“]Da der Kümmel wintergrün ist, sollte er nicht abgeschnitten werden. Lediglich nach dem zweiten Standjahr und der Ernte der Früchte können die Pflanzen ausgerissen werden.

Wiesenkümmel benötigt einen mittleren bis hohen Nährstoffbedarf, um reichlich Früchte auszubilden. Deshalb können im Sommer, Herbst und Frühjahr immer wieder mit organischem Dünger weitere Nährstoffe zugeführt werden.

Ernte und Vermehrung von Kümmel

Die Früchte werden kurz vor der vollen Reife geerntet, da sie ansonsten leicht abfallen. Diese ist erreicht, wenn die Spaltfrüchte gut erkennbar und braun sind. Meist ist es zwischen Juni und Juli an der Zeit zu ernten.

Die noch nicht vollreifen Früchte sollten dann an einem luftigen, warmen Ort ausgebreitet und getrocknet werden. Sie verströmen dann einen typischen, stark würzigen Geruch.

Werden die Früchte an der Pflanze belassen, fallen sie ab und sorgen für neue Pflanzen, die im Jahr darauf Früchte tragen. Diese Art der Vermehrung ist sehr empfehlenswert.

Natürlich können die Früchte auch breitwürfig an einem anderen Ort ausgesät und leicht eingeharkt werden. Über den Winter werden sie dann stehengelassen und im Frühjahr auf Abstände von etwa vierzig Zentimetern ausgedünnt.

Krankheiten und Schädlinge

Für den Wiesenkümmel sind weder Krankheiten noch Schädlinge von Bedeutung.