Echte Schlüsselblume

Echte Schlüsselblume

Die Echte Schlüsselblume (Primula veris) ist auch unter den Bezeichnungen Wiesenschlüsselblume, Wiesenprimel, Frühlingsschlüsselblume, Arznei-Schlüsselblume sowie Himmelsschlüssel bekannt und bildet eine Gattung mit etwa vierhundert Arten innerhalb der Familie der Primelgewächse. Wie der botanische Name schon vermuten lässt ist die Echte Schlüsselblume mit der Gartenprimel verwandt.

Echte Schlüsselblume
Gelbe Blüten der Echten Schlüsselblume.

Die Echte Schlüsselblume ist in weiten Teilen Europas heimisch und kommt vor allem auf trockenen Wiesen, an Böschungen sowie in Mischwäldern vor und überdauert dort mehrjährig.

Der Name Schlüsselblume ist vermutlich deshalb entstanden, da die Blütenstände meist nickend in einer einheitswendigen Dolde beieinanderstehen und damit einem Schlüsselbund ähneln. Dabei zeigt jede Einzelblüte einen glockigen, fünfkantigen, hellgrünen Kelch und eine dottergelbe Blütenkrone in der Zeit von April bis Mai. Einige Arten zeigen auch rötlich-orangefarbene Blüten.

Der Blütenschaft wird bis zu dreißig Zentimeter hoch und erhebt sich deutlich über dem Laub. Die Blüten verströmen zudem einen zarten Duft.

Die Laubblätter stehen rosettenartig am oberen Ende des kurzen Wurzelstocks und sind im Jugendzustand noch rückwärts eingerollt. Zur Blütezeit sind sie etwa sechs Zentimeter lang, werden jedoch später noch größer. Insgesamt ist die Pflanze stark behaart.

Als Frucht bildet sie eine circa ein Zentimeter lange Kapsel, die klappig aufspringt und stark warzige Samen enthält.

Bereits seit dem 16.Jahrhundert wird die Wurzel der Schlüsselblume als schleimlösendes Mittel verwendet.

In Deutschland steht die Echte Schlüsselblume unter besonderem Schutz, da sie als stark gefährdet gilt.

Pflanzung und Standort für die echte Schlüsselblume

Echte Schlüsselblumen bevorzugen sonnige bis halbschattige Standorte. Außerdem sollte der Boden locker und kalkhaltig sein. Schwere, verdichtete Böden sollten deshalb mit grobem Sand durchlässiger gemacht werden. Auch die Einarbeitung von Gartenkalk ist dann zu empfehlen.

Gepflanzt werden die Schlüsselblumen am besten im Herbst in Abständen von etwa zehn bis fünfzehn Zentimetern. Sehr hübsch sehen Schlüsselblumen in Gemeinschaft mit anderen Frühblühern wie Tulpen, Narzissen (Osterklocken), Veilchen, Hyazinthen oder auch Gänseblümchen aus.

Auch unter Sträuchern und Bäumen verleihen sie im Frühling dem Garten schöne, leuchtende Akzente.

Pflege, Düngung und Vermehrung

Abgeblühte Blütenstängel können entweder für eine Selbstaussaat stehengelassen oder auch abgeschnitten werden.

Da das Laub noch lange nach der Blüte sichtbar bleibt, sollten welke Blätter regelmäßig entfernt werden.

Bei humosen Böden ist keine Düngung notwendig. Ansonsten kann im Frühjahr eine Anschubdüngung mit herkömmlichem Flüssigdünger erfolgen.

In langen Trockenperioden sollte regelmäßig gewässert werden.

Zur Vermehrung eignen sich die Samen sehr gut. Diese werden der Selbstaussaat überlassen oder nach der Samenreife an Ort und Stelle breitwürfig ausgesät und mit Erde bedeckt. Die jungen Pflanzen können dann im Herbst umgesetzt werden.

Zudem besteht die Möglichkeit der Teilung der Pflanze im Herbst. Hierfür wird die Pflanze der Erde entnommen und geteilt. Die Teilstücke werden dann in der gleichen Tiefe, in der sie bis dahin standen, wieder eingesetzt.

Krankheiten und Schädlinge

Beachtet man die obige Pflegeanleitung, ist die Echte Schlüsselblume ein recht robuste Pflanze, für die keine speziellen Schädlinge oder Krankheiten bekannt sind.