Walnussbaum

Walnuss Blätter Ast
Diese Walnüsse sind noch nicht reif.

Die Echte Walnuss (Juglans regia) wird auch allgemein als Walnuss oder Walnussbaum bezeichnet und zählt zur Familie der Walnussgewächse. Weltweit sind fünfzehn Arten verbreitet, im Mitteleuropa jedoch nur eine Art.

Walnussbaum Juglans Regia
Ein Walnussbaum kann 15 bis 25 Meter groß werden. Die Höhe sollte bei der Pflanzung eingeplant werden.

Der Walnussbaum wächst als Großbaum mit Wuchshöhen zwischen fünfzehn und fünfundzwanzig Metern und bildet dabei meist sehr ausladende Baumkronen mit Durchmessern bis zu zehn Metern. Sein Höhenwachstum endet mit etwa siebzig Jahren, wobei Walnussbäume bis zu einhundertsechzig Jahre alt werden können.

Junge Bäume verfügen über eine glatte, aschgraue Rinde, bevor sie im Alter rissig und schwarzgrau aussieht. Das Laub zeigt sich eiförmig, elliptisch und entsteht erst sehr spät im Frühjahr und wird im Herbst abgeworfen.

Zwischen April und Juni bildet der Baum männliche und weibliche Blüten aus, die später die noch grünen Steinfrüchte, die Walnüsse, entwickeln. Vorerst wird die Nuss, eigentlich der Kern, von einer fleischigen Hülle umgeben, die sich im Herbst öffnet und die Nüsse fallen lässt.

Erst nach mindestens zehn Jahren Standzeit beginnen Walnussbäume Früchte zu tragen. Die Erträge steigern sich dann von Jahr zu Jahr an günstigen Standorten meist erheblich. Erst ab einem Alter von etwa achtzig Jahren lassen die Erträge deutlich nach.

Der Walnussbaum wurde im Jahr 2008 zum „Baum des Jahres“ gekürt, da der Bestand in Deutschland in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist.

Pflanzung und Standort

Walnussbäume bevorzugen tiefgründige, frische Böden, die möglichst kalkhaltig und nährstoffreich sein sollten. Besonders ideal sind lehmige Böden, damit die lange Pfahlwurzel einen guten Halt erfährt.

Walnuss Blätter Ast
Diese Walnüsse sind noch nicht reif.

Auf Spätfröste und Winterkälte reagiert der Walnussbaum sehr empfindlich. Deshalb sollte ein warmer, geschützter Standort gewählt werden.

Auch wenn Walnüsse vorerst noch nicht zu viel Schatten spenden, der anderen Pflanzen schaden kann, gilt sein Dasein als schwierig hinsichtlich der Keimung und des Wachstums anderer Pflanzen. In den grünen Teilen des Baumes wird ein Glykosid gebildet, das nach Freisetzung in einen Stoff umgewandelt wird, der sich hemmend auf andere Pflanzen auswirkt. Insofern sollte der Walnussbaum in großen Abständen zu jeglichen anderen Pflanzen gesetzt werden.

Die Pflanzung kann sowohl im Herbst als auch im Frühjahr vorgenommen werden.

Pflege und Schnitt

Walnüsse, die aus einem Kern gezogen werden (kernecht), wachsen höher und ausladender als veredelte Walnussbäume.
Normalerweise müssen Walnussbäume nicht geschnitten werden, da sie auch bei sehr dichtem Kronenwuchs meist gute Erträge liefern.

[the_ad_placement id=“im-content“]Erreicht ein kernechter Baum jedoch zu große Ausmaße, muss er häufig geschnitten werden. Hierzu ist es empfehlenswert, einen Schnitt im Spätsommer vorzunehmen, da der Walnussbaum sehr stark zum „Ausbluten“ neigt. Nimmt man den Schnitt jedoch im August/September vor, ist der Flüssigkeitsdruck des Baumes nicht ganz so groß, da er sich bereits auf den Winter vorbereitet. Bis zum Eintritt des ersten Frostes kann der Baum dann kleine Wunden noch schließen.

Herausgeschnitten werden sollte jedoch lediglich jeder zweite Konkurrenztrieb zum Mitteltrieb an der Basis, um dem Baum nicht zu viele Wunden hinzuzufügen. Um die Krone zu reduzieren, sollte ähnlich vorgegangen werden. Hierbei wird nur jeder zweite Ast bis zur nächsten Gabelung gekürzt.
Eine weitere Reduzierung der Krone sollte dann im nächsten Jahr erfolgen, um den Baum nicht zu stark zu schwächen.

Das Laub des Walnussbaumes gilt als sehr hartnäckig und verrottet nicht so schnell wie das Laub anderer Laubbäume. Deshalb ist es anzuraten, das Walnusslaub extra zu entsorgen und nicht auf den Kompost zu geben.

Ernte

Die Ernte der Walnüsse erfolgt je nach Sorte und Klima zwischen September und Oktober. Sie sind dann reif, wenn die grüne Schale aufplatzt und die Nüsse zum Boden fallen.

Sie sollten dann aufgesammelt und im Trocknen, jedoch luftig gelagert werden, damit sich keine Schimmelpilze bilden.

Krankheiten und Schädlinge

Selten können Walnussbäume auch vom Apfelwickler befallen werden. In einem eigenen Beitrag werden die Möglichkeiten zur Apfelwickler Bekämpfung behandelt.

Manchmal ist ein Befall der Walnussfruchtfliege zu beklagen, die ihre Eier in den noch unreifen Früchten ablegt, sodass diese faulen und sich schwarz verfärben.

Auch der Blattfleckenpilz tritt auf, vor allem in sehr feuchten Jahren, und sorgt für die Vernichtung der Ernte.

In beiden Fällen kann nur der Einsatz von Insektiziden aus dem Fachhandel helfen, wenn die Krankheiten rechtzeitig erkannt werden.