≡ Menu

Holunder

Holunder (Sambucus nigra), auch Schwarzer Holunder, Fliederbeere, Holder, Holderbusch oder Hollerbusch genannt, gehört zur Familie der Geißblattgewächse und ist in fast ganz Europa häufig zu finden. Man findet ihn an ursprünglichen Standorten wie feuchten Waldblößen, aber auch auf steinigem Untergrund sowie in der Nähe von Gebüschen an Flüssen, Schluchten und Hohlwegen.

Holunder

Blühender Holunder.

Meist wächst Holunder in strauchiger, buschiger Form und selten als Baum. Er erreicht Wuchshöhen zwischen vier und zehn Metern. Die Rinde älterer Zweige und des Stammes ist graubraun und vielfach rissig, während die jungen Sprosse graue Punkte auf grünem Untergrund zeigen.

Das Laub ist gegenständig angeordnet. Die Blätter sind gefiedert und von sattgrüner Farbe.

Zwischen Juni und Juli öffnen sich die in Dolden stehenden kleinen, weißen, stark duftenden Blüten. Jede Trugdolde zeigt dabei meist fünf Hauptäste. Holunderblüten werden noch heute zur Teebereitung genutzt und vor allem bei Erkältungskrankheiten angewendet.

Aus dem dreiteiligen Fruchtknoten entwickeln sich die blauschwarzen, saftigen Beeren, die in der Küche ebenfalls Verwendung finden und im Spätsommer reifen. Zudem gelten sie als ausgezeichnete Nahrung für viele einheimische Vögel. Allerdings sind sie für Nager und Hunde giftig.

Pflanzung und Standort

Holunder gedeiht auf nahezu jedem Boden. Günstig ist jedoch ein humusreicher Untergrund. Da er sich strauchartig ausbreitet und damit auch im Umfang deutlich zunimmt, sollte er in Abständen von etwa zwei Metern gepflanzt werden. Er bevorzugt vollsonnige Standorte und bildet hier sehr große, duftende Blütendolden aus.

Holunder Garten

Ein Holunder im Garten ist eine dankbarer und pflegeleichter Strauch.

Die Pflanzung erfolgt im Herbst oder Frühjahr. Hierfür wird eine große Pflanzgrube ausgehoben, in die der Wurzelballen bequem hineinpasst. Bis zum Anwachsen sollte der Holunder reichlich gegossen werden.

Holunder eignet sich zur Pflanzung zwischen anderen Gehölzen wie zum Beispiel Forsythien, Flieder, Schneeball, Falscher Jasmin oder Heckenkirsche; allerdings in großen Abständen, damit er sich voll entfalten kann. Auch im Vorgarten oder auf einem weitläufigen Gelände kann er in Einzelstellung für schöne Anblicke sorgen.

Pflege, Düngung und Schnitt

Holunder gedeiht fast von allein und benötigt auch nahezu keinerlei Pflegemaßnahmen. Lediglich an ungünstigen Standorten sollte der Boden mit Humus angereichert werden, um die Blüte und damit die Bildung der Früchte anzuregen.

Ein Schnitt sollte möglichst nicht oder nur in Ausnahmen erfolgen, da der Holunder an den Nebentrieben der vorjährigen Triebe erneut austreibt. Muss jedoch geschnitten werden, sollte dies nach der Ernte geschehen. Allerdings muss im darauffolgenden Jahr dann auf zahlreiche Blüten und eine reiche Ernte verzichtet werden.

Ernte und Vermehrung

Die Früchte reifen je nach Sonneneinstrahlung zwischen August und September. Die Früchte sind reif, wenn sie eine tiefe schwarzblaue Farbe angenommen haben. Häufig sind dann bereits einzelne Beeren der Dolde abgefallen oder wurden bereits von Vögeln geholt.

Dann werden die Dolden kurz unter dem Ansatz abgeschnitten und die schwarzblauen Beeren einzeln verlesen. Diese können beispielsweise zu Marmelade oder Gelee verarbeitet werden.

Die Vermehrung erfolgt über die Beeren. Man kann eine Selbstaussaat zulassen, da diese den größten Erfolg verspricht. Einen jungen Holunderbusch, der zum Teil an ganz anderer Stelle im Garten zu finden ist, kann im Frühjahr ausgegraben und umgesetzt werden.