Ohrwürmer, Nützlinge im Garten

Ohrwurm
Einzelner Ohrwurm auf einem Blatt. Entgegen des Namens, gehen Ohrwürmer nicht in Ohren und sind auch keine Würmer.

Die Ohrwürmer (Dermaptera) gehören zu den Fluginsekten und sind weltweit mit etwa tausenddreihundert Arten vertreten. In Mitteleuropa sind nur sieben Arten heimisch, darunter der bei uns häufig anzutreffende „Gemeine Ohrwurm“ (Forficula auricularia).

Ohrwürmer werden auch als Ohrenkneifer bezeichnet, obwohl sie weder in unsere Ohren kriechen, noch in die Ohren kneifen. Auch die Bezeichnung „Wurm“ ist nicht zutreffend, da es sich um ein Fluginsekt handelt, wenngleich dies auf den ersten Blick wenig glaubhaft erscheint.

Ohrwurm
Einzelner Ohrwurm auf einem Blatt. Entgegen des Namens, gehen Ohrwürmer nicht in Ohren und sind auch keine Würmer.

Wahrscheinlich gehen die Bezeichnungen weit zurück, da pulverisierte Ohrwürmer beispielsweise im Mittelalter gegen Ohrenschmerzen angewendet wurden. Das Kneifen in die Ohren ist auch nur ein Märchen, das wiederum wahrscheinlich daher stammt, dass der Ohrwurm über zwei kleine Zangen verfügt, mit denen er lediglich seine Beute in Form kleiner Insekten greift, diese zur Verteidigung sowie zur Begattung benutzt. Für Menschen sind Ohrwürmer jedoch völlig harmlos.

Ohrwürmer erreichen eine Körperlänge zwischen zehn und zwanzig Millimetern. Ihre Deckflügel sind stark verkürzt und ledrig verhärtet. Zudem sind die Hautflügel recht kompliziert zusammengefaltet und verstecken sich unter den Deckflügeln. Es fliegen jedoch nur noch wenige Arten, da sich die Muskulatur und die Flügel stark zurückgebildet haben. Außerdem gelten Ohrwürmer als recht träge, sodass selbst Arten, die fliegen könnten, dies nur selten und ungern tun.

[the_ad_placement id=“im-content“]Wie alle Insekten verfügen auch Ohrwürmer über Facettenaugen sowie über kauend-beißende Mundwerkzeuge mit feinen Antennen. Ihre Zangen sind Hinterleibsanhänge, die bei Männchen und Weibchen unterschiedlich ausgeprägt sind. Bei den Weibchen zeigen sie sich eher als gerade geformt, bei den Männchen hingegen sind sie stark gebogen.

Ohrenkneifer gelten vor allem in Gärten als Nützlinge, da sie als Allesfresser vor allem Blattläuse in große Mengen vernichten.

Die meisten Ohrwürmer sind dämmerungs- oder nachtaktiv und fühlen sich in warmer Umgebung am wohlsten. Sie leben häufig in Baumritzen und anderen natürlichen Höhlen, in denen sie ihr Nest bauen und im Herbst ihre Eier ablegen. Diese werden über den Winter gepflegt, bis sie schließlich eine unvollständige Entwicklung durchlaufen haben (das Puppenstadium fehlt). Die Mutter stirbt dann, wenn sich die Larven häuten. Ihre Überreste vertilgen die Larven, die noch keine Flügel ausgebildet haben, noch nicht fliegen können und sich noch mehrmals häuten, bis sie das Erwachsenenstadium erreicht haben.

Um Ohrwürmer dauerhaft anzusiedeln, empfiehlt es sich, ein Insektenhotel im Garten zu platzieren. Dies sorgt dafür, dass bei Schädlingsbefall nicht unbedingt auf chemische Mittel zurückgegriffen werden muss.