≡ Menu

Schwarzwurzel

Die Schwarzwurzel (Scorzonera) gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae)und kommt ursprünglich aus Spanien. Seit dem 16. Jahrhundert wird die Schwarzwurzel als Gemüse angebaut, vorher wurde sie zur Behandlung von Schlangenbissen und der Pest verwendet. Seither hat sie sich über ganz Europa ausgebreitet.

Zu den Hauptanbauländern in Europa zählen Frankreich, Belgien und Holland. Es existieren über 100 Arten der Schwarzwurzel, die wohl bekannteste unter ihnen ist die Garten-Schwarzwurzel. Wegen ihrer Form und Farbe wird sie auch öfters als Winterspargel bezeichnet.

Standort, Pflanzung und Fruchtfolge

Schwartwurzeln

Geerntete Schwarzwurzeln.

Schwarzwurzeln wachsen nur sehr langsam. Aus diesem Grunde ist es nicht empfehlenswert, sie in Gebieten mit spätem Frühling und frühem Herbst anzubauen.

Ein tiefgründiger und lockerer Boden ist die Voraussetzung für die Bildung langer, gerader und gleichmäßiger Wurzeln, die keine Verästelungen aufweisen. Die Wurzeln, die bis 35 cm lang werden, müssen sich ungehindert in die Tiefe ausbreiten können. Bei einem verdichteten Boden ist dies nicht der Fall, weshalb es an den Wurzeln unweigerlich zu Verzweigungen kommen wird.

Mitte März bis Mitte April ist ein guter Zeitpunkt für die Aussaat. Die Samen müssen 2 bis 3 cm tief im Boden liegen. Später wird vereinzelt, und zwar so, dass alle 6 bis 7 cm ein Pflänzchen steht. Der Abstand zwischen den Reihen sollte 25 bis 30 cm betragen.

Die Keimfähigkeit der Samen hält nicht lange an, daher ist darauf zu achten, dass es sich bei dem verwendeten Samen um frisches und qualitatives Saatgut handelt.

Eine Phase von drei bis vier Jahren, in denen auf demselben Beet kein Anbau von Schwarzwurzeln erfolgt, sollte unbedingt eingehalten werden. Schwarzwurzeln dürfen auch nicht unmittelbar nach Zwiebeln, Sellerie, Möhren oder anderen Gemüsesorten, die Wirtspflanzen für Nematoden sind, angebaut werden.

Pflege und Düngung

Kleine Schwarzwurzelpflanzen

Ganz junge Schwarzwurzelpflanzen.

Falls es während der Wachstumsphase der Pflanze keinen Regen gibt, muss gegossen werden. Unterliegt die Feuchtigkeit des Bodens starken Schwankungen kann es passieren, dass auf der Schwarzwurzel eine raue bräunliche Rinde entsteht.

Frischer Stalldung bekommt der Schwarzwurzel sehr schlecht, darum ist ihr Platz in der zweiten Tracht. Sie braucht allerdings viel Humus im Boden. Am besten entwickelt sie sich nach einer Vorfrucht, die mit Stallmist gedüngt wurde.

Ernte

Ab Oktober kann die Schwarzwurzel geerntet werden, die Erntezeit reicht bis in den April hinein und beginnt, wenn die Blätter verwelken und absterben.

Dadurch, dass die Wurzeln sehr lang und dünn sind, brechen sie sehr leicht. Deshalb werden sie sehr vorsichtig mit einer besonderen Grabegabel ausgegraben. Es ist zu beachten, dass die Wurzeln nicht verletzt werden, sonst trocknen sie aus und verlieren an Geschmack, außerdem reduziert sich die Haltbarkeit.

Krankheiten und Schädlinge

Große Schäden entstehen bei der Schwarzwurzel durch den echten Mehltau. Er zeigt sich durch einen mehligen weißen Belag auf der Blattoberseite, manchmal auch auf der Unterseite des Blattes. Meist ist der Pilz auf Knospen oder jungen Trieben zu finden. Das Gewebe unter dem Belag verfärbt sich bräunlich und stirbt letztendlich ab. Für die Bekämpfung des Pilzes sollte ein Mittel, welches die Pflanzen schont und eine möglichst kurze Wartezeit hat, zur Anwendung kommen. Damit die Pflanzen noch vor Einbruch der Nacht abtrocknen können, sollte die Wässerung nicht am späten Abend erfolgen.

Ebenfalls als Schädling der Schwarzwurzel bekannt, ist der weiße Rost. Erkennbar ist er dadurch, dass sich vereinzelte gelbliche Flecken, auf denen sich weiße Pusteln mit glänzender Oberfläche gebildet haben, auf den Blättern ansammeln. Das Resultat dieser Krankheit, die durch den Pilz Phoma hervorgerufen wird, sind stumpfe und kurze Wurzeln, die von einer dicken Rinde umgeben sind. Manchmal besteht diese Rinde auch aus mehreren wulstigen gerissenen Ringen.