Dickmaulrüssler

Der Dickmaulrüssler (Otiorhynchus) gehört zur Familie der Rüsselkäfer und ist einer der gefürchtetsten Schädlinge, da er sehr hartnäckig ist, große Schäden vor allem in der Landwirtschaft, aber auch an Zierpflanzen anrichtet, eine recht hohe Lebenserwartung von bis zu einhundertzwanzig Tagen hat und sich nur schwer bekämpfen lässt.

Dickmaulrüssler Blatt
Der gefürchteter Dickmaulrüssler kann an Blättern enorme Schäden verursachen. Seine Larven befallen die Wurzeln von Pflanzen.

Dickmaulrüssler erreichen Größen zwischen drei und vierzehn Millimetern. Sie sind schwarz oder braun und zeigen zum Teil noch dunklere oder auch gelbe Flecken auf der panzerartigen Oberseite, die zusätzlich geriffelt oder gerunzelt erscheint. Mit ihrem starken, ausgeprägten, dicken Rüssel saugen und fressen sie die Blätter buchtenartig an. Die Larven hingegen ernähren sich vornehmlich von den Wurzeln etlicher Pflanzen über Monate hinweg, sodass im Frühjahr oder Sommer einige Pflanzen scheinbar plötzlich absterben.

Der überwiegende Teil der Dickmaulrüssler, nämlich etwa neunzig Prozent, sind die Weibchen, die von Mai bis August bis zu eintausend Eier ablegen können. Die gefährlichen Larven richten dann durch ihren starken Wurzelfraß große Schäden an.

Da die Tiere nachtaktiv sind und mühelos weite Strecken zurücklegen können, verbreiten sie sich massenweise in Gärten, Parks und auf Wiesen und Feldern und legen dort ihre Eier ab. Nahezu alle Pflanzen zählen zur Beute der Dickmaulrüssler. Bevorzugt werden jedoch Liguster, Kirschlorbeer, Eiben, Rhododendren, Clematis und Rosen.

Auch große Gehölze, wie etwa Bäume und Sträucher, sind durch Dickmaulrüssler gefährdet, da durch Fraßstellen mühelos andere Erreger wie beispielsweise Bodenpilze eindringen und die Pflanzen bis zu ihrem Tod schädigen können.

Biologische Bekämpfung und Hausmittel

Einem ersten Befall kann man entgegenwirken, in dem die Käfer abgesammelt werden. Das sollte möglichst in der Dämmerung oder nachts erfolgen, da die Tiere sich tagsüber verstecken und nicht zu finden sind.

Dickmaulrüssler
Dickmaulrüssler sollten in der Dämmerung aufgesammelt werden.

Sind Kübel- oder Topfpflanzen befallen, hilft ein sorgfältiger Austausch der Erde. Die verbrauchte Erde sollte jedoch nicht kompostiert werden, da sich darin noch Eier oder Larven des Dickmaulrüsslers befinden können.

Als außerordentlich hilfreich haben sich Nematoden bewährt. Die Fadenwürmer werden im Boden aktiv und zerstören die gefährliche Brut des Dickmaulrüsslers, da sie infizierte Bakterien abgeben, die die Larven verenden lassen. Der Einsatz der Nematoden kann jedoch erst ab einer Bodentemperatur von zwölf Grad Celsius erfolgen. Deshalb sollte die Bekämpfung mindestens zweimal im Jahr, nämlich im Frühjahr und im Herbst, vorgenommen werden.

Auch sind Gießmittel auf biologischer Basis im Handel erhältlich.

Chemische Behandlung

Eine Bekämpfung mit chemischen Mitteln wird meist mit einem Universalinsektizid durchgeführt. Das bekämpfen mit Nematoden (siehe oben) ist allerdings vielversprechender.

Das könnte Sie interessieren

Buchsbaumzünsler Wenn Buchsbäumchen vom Buchsbaumzünsler (lat. Cydalima perspectalis) befallen sind, ist guter Rat teuer. Der mehrere Zentimeter lange und bis zu stroh...
Schnecken im Garten bekämpfen Schnecken (Gastropoda) bilden die größte der acht Tierklassen der Weichtiere. Sie sind die artenreichste der Klasse, die auch auf dem Land lebende Tie...
Biologische Bekämpfung von Schädlingen Dem Trend des biologischen Anbaus folgend möchten viele Hobbygärtner auf den Einsatz synthetischer Pflanzenschutzmittel verzichten. Einerseits bietet ...
Maikäfer im Garten Der Maikäfer (Melolontha melolontha) zählt zur Familie der Blatthornkäfer, die eine der umfangreichsten Insektenfamilie darstellt. Ihr gehören etwa zw...