Scheidenwollgras (Eriophorum vaginatum)

Scheidenwollgras Wiese
Scheidenwollgras auf einer Wiese.

Das Scheidenwollgras (Eriophorum vaginatum) gehört zur Familie der Sauergrasgewächse und gilt als Charakterpflanze für Hochmoore, häufig wird es auch als Scheidiges Wollgras oder nur als Wollgras bezeichnet. Insbesondere nach industriellem Torfabbau übernimmt es die Erstbesiedelung vegetationsloser Flächen und trägt mit seinen faserig zerfallenden Blättern zur erneuten Torfbildung maßgeblich bei.

Scheidenwollgras Blüten
Die Blüten des Scheidenwollgras erinnern stark an Baumwolle.

Wegen zunehmender Entwässerung und dem nur noch seltenen Vorkommen von Hochmooren hat der Bestand des Scheidenwollgrases stark abgenommen, wenngleich es noch nicht als gefährdet gilt. Es kommt in fast ganz Europa, Asien und Nordamerika vor und wächst bis in Höhenlagen von circa zweitausend Metern. In Deutschland findet man es häufig auf sauren Moorböden und in Regenmooren sowie in Kiefern- und Birkenbruchwäldern.

Das Scheidenwollgras ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die in dichten, lockeren Horsten mit Wuchshöhen von bis zu siebzig Zentimetern wächst. Seine Blätter zeigen sich aufrecht, graugrün und stumpf dreikantig. Die rosabraunen Niederblätter am Grund lösen sich faserig auf, während die Blattscheiden der Stängelblätter aufgeblasen sind. Auf dieses Merkmal ist auch der Name zurückzuführen.

Scheidenwollgras Eriophorum vaginatum
Scheidenwollgras (Eriophorum vaginatum)

Zwischen April und Mai beginnt die Blüte des Scheidenwollgrases, die recht beeindruckend für den Betrachter ist. Der Blütenstand besteht aus nur einer Ähre, die jedoch viele kleine Blüten beherbergt. Nach der Blüte bilden sich die typischen weißen Wollhaare aus, die als Büschel wie kleine Wattebällchen aussehen. Früher wurden sie auch als Watteersatz zum Stillen von Wunden genutzt. Außerdem fanden sie Verwendung als Kissenfüllungen.

Eigentlich dienen die Wollhaare zur Schwimmverbreitung der etwa drei Millimeter kleinen, schwarzen, scharf dreikantigen Früchte. Wenn die Früchte am Boden landen, fallen die weißen Wollhaare schnell ab.

Neben dem Scheidenwollgras (Eriophorum vaginatum) gibt es noch weitere Vertreter aus der Familie der Eriophorum, die eine ähnliche Pflege benötigen wie das Scheidige Wollgras:

  • Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium)
  • Breitblättriges Wollgras (Eriophorum latifolium)
  • Sibirisches Wollgras (Eriophorum russeolum)

Pflanzung und Standort

Scheidenwollgras Wiese
Scheiden-Wollgras auf einer Wiese.

Das Scheidige Wollgras bevorzugt sumpfige, saure, nährstoffarme Böden in lichtem Schatten oder sonnigen Lagen. So kann es hervorragend auf sumpfigen Wiesen, an Uferböschungen und Teichen neben Wasserdost, Kerzen-Knöterich und im Vordergrund von Kalmus und Schilf einen dichten Rasen bilden.

Gepflanzt wird das Scheidenwollgras im Frühjahr oder Herbst in Abständen von etwa vierzig Zentimetern. Es kann auch bis zu zehn Zentimeter im Wasser stehen, sodass es selbst am Teichrand gut wachsen kann, ohne sich dabei zu stark auszubreiten.

Pflege und Düngung

[the_ad_placement id=“im-content“]Das Scheidenwollgras benötigt nur sehr wenig Pflege. Lediglich in langen Trockenperioden muss es zusätzlich gewässert werden, dann vorzugsweise mit Regenwasser.

Eine Düngung benötigt es nicht, da es möglichst nährstoffarm vegetiert.
Im Winter kann herabgefallenes Laub als Winterschutz liegenbleiben. Zudem sorgt das sich zersetzende Laub für Nachschub an saurem Boden und versorgt die Pflanze mit allen nötigen Nährstoffen.

Vermehrung des Scheidenwollgras

Eine Vermehrung kann mittels der dreikantigen Samen vorgenommen werden. Hierfür werden die Blütenstängel des Wollgras abgeschnitten, wenn sich die weißen Wollfäden zeigen. Nach kurzer Trocknungszeit können die Samen an Ort und Stelle auf feuchtem Boden ausgestreut werden. So werden sich mit etwas Glück sehr bald neue Pflanzen zeigen, die bis zum Herbst genug Kraft sammeln konnten, um zu überwintern.

Auch eine Teilung ist zur Vermehrung möglich. Große gewordene Stauden kann man im Frühjahr einer Teilung mit dem Spaten unterziehen und die Teilpflanzen an anderer Stelle wieder einpflanzen.

Krankheiten und Schädlinge

Das Scheidenwollgras ist weder für Krankheiten noch für Schädlinge empfänglich. Es gilt als recht robuste Pflanzen.