Ginkgobaum / Fächerblattbaum

Ginkgo Blätter
Die Fächerförmigen Blätter sind verantwortlich für die Alternative Bezeichnung des Ginkgos: Fächerblattbaum.

Der Ginkgobaum (Ginkgo biloba), auch kurz Ginkgo oder Fächerblattbaum genannt, gehört als einziger Vertreter zur Familie der Ginkgogewächse. Er gilt als einer der ältesten Bäume, die den Menschen bekannt sind.

Ginkgobaum Ginkgo biloba
Der Ginkgobaum (Ginkgo biloba) knn bis zu tausend Jahre alt werden.

Heimisch ist der Ginkgo ursprünglich in Asien, wird aber seit dem 18.Jahrhundert in allen Teilen der Welt angepflanzt. Seit Jahrhunderten wird er von Chinesen und Japanern wegen seiner Wunderverheißungen sowie seiner Lebenskraft als heilig verehrt.

Da der Ginkgo sich im Laufe der Jahrhunderte mit nahezu allen Krankheiten und Schädlingen auseinandergesetzt hat, ist anzunehmen, dass er gegen sie eine Resistenz entwickeln konnte und daher nur wenig anfällig ist. Deshalb wird er unter anderem auch an stark befahrenen Straßen angebaut, da ihm selbst Umweltgifte keinen nennenswerten Schaden zufügen.

Charakteristisch für den Ginkgo sind seine fächerförmigen, breiten Blätter, die in der Mitte zum Teil gekerbt sind, je nach Wuchsform und -richtung. So gleicht kein Blatt dem anderen und Laub von jungen Bäumen sieht anders aus als die Blätter alter Bäume. Im Herbst wirft der Baum sein Laub ab. Dann kommt die graue, bei jungen Bäumen hellbraune, tief gefurchte, schwer entflammbare Rinde des Baumes zum Vorschein.

Ginkgo Herbst Blätter gelb
Ein Ginkgo mit gelben Herbstlaub.

Die Wuchsform unterscheidet sich, je nach Alter des Fäcjerblattbaums, sehr stark. Während junge Bäume häufig sehr schlank und aufrecht wachsen und eine lange Pfahlwurzel aufweisen, ändert sich dies nach vielen Jahren drastisch. Dann wird die Baumkrone sehr ausladend, die Äste neigen sich in die Waagerechte und die Wurzeln wachsen immens in die Breite.

Ginkgobäume können bis zu eintausend Jahre alt und etwa vierzig Meter hoch werden. Dabei kann der Stamm bis zu vier Meter Durchmesser erreichen und die Baumkrone einem mittelgroßen Einfamilienhaus Konkurrenz machen.

Es unterscheiden sich zudem männliche und weibliche Bäume, die jedoch erst nach frühestens zwanzig Jahren geschlechtsreif sind und Früchte und Samen ausbilden können. Dabei ist bemerkenswert, dass weibliche Bäume ab diesem Stadium einen stinkenden Geruch verströmen, der insbesondere für Menschen fast unerträglich ist.

Die Früchte des Ginkgobaumes gelten als Delikatesse. In der asiatischen Küche werden gehackte Samen als Gewürz verwendet.

Pflanzung und Standort

Ginkgo Junger Baum
Ein junger Ginkgobaum.

Für die Pflanzung des Ginkgobaumes muss zuerst ein geeigneter Platz gefunden werden. Dieser sollte so gewählt werden, dass auch bei einem geringen Zuwachs jährlich davon ausgegangen werden muss, dass er sehr groß und alt werden und damit riesige Ausmaße annehmen kann. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig und der Boden gut durchlässig, aber feucht sein.

Ein Ginkgo sollte erst ins Freiland gepflanzt werden, wenn er mindestens sechs Jahre alt ist und bereits mindestens zwei Jahre im Kübel kultiviert wurde. Die beste Pflanzzeit ist das Frühjahr, damit der junge Baum den ersten Winter besser übersteht. Bei einer Herbstpflanzung ist nicht immer davon auszugehen, weil der Baum bis dahin vielleicht noch nicht richtig eingewachsen ist.

[the_ad_placement id=“im-content“]Zur Pflanzung wird ein großzügiges Loch ausgehoben und mit viel reifem Kompost aufgewertet. Anschließend werden Stützpfähle in die Erde gesteckt, um dem jungen Baum den Start zu erleichtern und einen schlanken, aufrechten Wuchs zu fördern.
Nach der Pflanzung benötigt der Ginkgo außer regelmäßigen Wassergaben vor allem Ruhe. Zeigt sich ein frischer Austrieb, ist er tatsächlich angewachsen.

Pflege und Düngung

Ginkgo Blätter
Die Fächerförmigen Blätter sind verantwortlich für die Alternative Bezeichnung des Ginkgos: Fächerblattbaum.

Der Ginkgo muss regelmäßig gewässert werden, vor allem junge Bäume benötigen viel Feuchtigkeit. Zudem sollte ein organischer Volldünger zweimal jährlich ausgebracht werden um den Nähstoffbedarf des Fächerblattbaums zu decken.

Eine Mulchschicht ist ausnahmsweise nicht zu empfehlen, da der Ginkgo lieber offene, durchlässige Böden bevorzugt.

Schnitt und Vermehrung

Ein Schnitt empfiehlt sich in den ersten Jahren im Frühjahr. Dann sollte der Ginkgo rundum leicht beschnitten werden, um seine Krone zu formen. Erst nach etwa zwanzig Jahren ist kein Schnitt mehr notwendig und meist auch nicht mehr möglich.

Die Vermehrung gestaltet sich als schwierig und langwierig. Der Samen eines Ginkgobaumes keimt zwar recht problemlos, dieser Vorgang kann jedoch bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen. Zudem wachsen auch nur etwa dreißig Prozent der Sämlinge nach dem Pikieren an, da sie sehr empfindlich auf Umpflanzungen reagieren.

Krankheiten und Schädlinge

Lediglich junge Ginkgo-Pflanzen müssen vor Schneckenfraß geschützt werden. Kultiviert man einen Ginkgo im Kübel, sollte vorsorglich Schneckenkorn ausgebracht werden.