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Wurzelfäule

Die Wurzelfäule (Phytophtora) wird durch einen Pilz verursacht, der relativ wirtsspezifisch ist. So gibt es Phytophtora cinnamomi, der für das Sterben von Azaleen, aber auch von Rhododendren, Erika und verschiedenen Nadelbaumarten verantwortlich ist. Verschiedene Phytophtora-Arten sind zudem für die Krankheit bei Erdbeeren, Kartoffeln, Tomaten, Erlen, Eichen sowie weiteren Zier- und Gemüsepflanzen sowie Gehölzen und Bäumen zuständig.

Die Wurzelfäule verursacht erhebliche Schäden im Wurzelbereich einer Pflanze und lässt diese in der Folge absterben. Begünstigt wird das Wachstum des Pilzes vor allem durch zu viel Feuchtigkeit.

Kartoffeln Wurzeln

Ausgegrabene Kartoffeln mit Wurzeln und Blattwerk.

Bei Befall durch die Wurzelfäule zeigen betroffene Pflanzen ein geringes Wachstum, oftmals gelbe, schlapp herabhängende, braune oder rote, trockene Blätter oder auch dünne Triebe und Zweige. Innerhalb des Bodens sind zurückgehende oder bereits matschige rotbraune verfärbte Wurzeln ein sicheres Anzeichen für das Auftreten eines Pilzes, der die Wurzelfäule verursacht.
Zudem werden vor allem betroffene Bäume und Gehölze vielfach vom Gemeinen Hallimasch oder anderen Fruchtkörpern aufgesucht.

Der Pilz verbreitet sich durch Regenwasser, durch Gießen, aber auch durch infizierte Gartengeräte oder das Schuhwerk des Gärtners. Schlecht drainierte Böden, in denen es zu Staunässe kommen kann, begünstigen das Wachstum immens.

Biologische Bekämpfung und Hausmittel

Um dem Befall mit der Wurzelfäule vorzubeugen, empfiehlt sich in gefährdeter Umgebung das Einarbeiten von Sand oder Kies in den Boden. Vor allem schwere Böden sollten so durchlässiger gestaltet werden, damit es auch in langen Regenperioden nicht zu auftretender Staunässe kommt.

Töpfe und Kübel sollten immer genug Abzugsmöglichkeiten für Gießwasser aufweisen und auch hier empfiehlt sich bei Verwendung normaler Gartenerde das Einarbeiten von Sand. Zimmerpflanzen hingegen können in Hydrokultur oder in speziellen Granulaten kultiviert werden, um dem eventuell bereits vorhandenen Erreger keinen Raum zu lassen.

In Risikogegenden sollte außerdem auf die Pflanzung einiger Gehölze wie Taxus, Thuja oder Rhododendron verzichtet werden. Bei der Auswahl von Setzlingen und Saatgut, sollte man auf resistente Pflanzen und Züchtungen zurückgreifen.

Grundsätzlich ist es sehr schwierig, eine biologische Bekämpfung bei bestehender Wurzelfäule durchzuführen. Leicht befallenen Pflanzen kann man helfen, indem man betroffene Pflanzenteile zurückschneidet und ihnen einen trocknen, sandigen, neuen Standort gibt, wobei dies nicht immer glückt. Stark befallene Pflanzen sollten vernichtet werden und dürfen auf keinen Fall auf dem Kompost landen.

Chemische Mittel

Spezielle Fungizide, die im Fachhandel erhältlich sind, werden lediglich bei einem leichten Befall mit Wurzelfäule eingesetzt. Bei einem erheblichen Befall hingegen muss der Boden zusätzlich mit Schwefelpräparaten desinfiziert werden.