≡ Menu

Hortensien im Garten pflanzen und pflegen

Hortensien rosa

Hortensien (Hydrangea) gehörten früher zur Familie der Steinbrechgewächse, bilden jedoch heutzutage eine eigene Familie. Sie sind nun namensgebend für die Pflanzfamilie der Hortensiengewächse.

Hortensien sind ausdauernde, langlebige Halbsträucher, die in keinem Garten fehlen dürfen. Mit ihren großen, dekorativen Blüten in den Farben Weiß, Rosa, Blau bis hin zu tiefem Magenta ziehen sie viele Blicke auf sich.

Hortensien können je nach Sorte Höhen bis circa zwei Meter und Umfänge von über einem Meter erreichen, wobei es auch kleinwüchsige und kletternde Hortensienarten gibt. Kletterhortensien machen sich besonders gut an Zäunen oder zur Begrünung einer Pergola.

In der Blühzeit von Juni bis September erfreuen uns die Hortensien, allen voran die Bauernhortensie, mit ihren unverwechselbaren großen Blütenbällen, die sich aus vielen kleinen Blüten zusammensetzen.

Neben Lupinen, Stockrosen, Lavendel, Rittersporn, Rosen, Purpur Sonnenhut, Duftnesseln und allerlei fröhlichen Sommerblühern fasziniert die Hortensie immer wieder aufs Neue und setzt im Garten attraktive Akzente. Aber auch neben Ziergräsern kann die Hortensie für einen schön blühenden Ausgleich sorgen. Wird die Hortensie vor hohem Chinaschilf oder neben mittelhohen Lampenputzergras und Federgras gepflanzt, entstehen wunderschöne und moderne Kombinationen.

Eine eher klassische Pflanzkombination ist das Duo aus Rhododendron und Hortensie. Da die beiden Pflanzen ähnliche Ansprüche an Boden und Standort stellen, werden sie häufig zusammen gepflanzt. Aufgrund der enormen Farbvielfalt von Rhododendren und Hortensien lassen sich fantastische Farbkombinationen realisieren.

Federgras Hortensie Sonnenhut

Federgras neben Hortensie und Sonnenhut.

Im Handel finden sich inzwischen eine Vielzahl unterschiedlicher Hortensienarten. Am verbreitetsten sind sicherlich weiße, rosa und blaue Hortensien. Sehr beleibt ist die Hortensie Annabell, die mit ihren großen und reichhaltigen Blütenballen besonders schön ausschaut.

  • Bauern- oder Gartenhortensien (Hydrangea macrophylla)
  • Tellerhortensien (Hydrangea serrata)
  • Fell- und Samt-Hortensien (Hydrangea aspera oder Hydrangea sargentiana)
  • Eichenblatt-Hortensien (Hydrangea quercifolia)
  • Wald- oder Schneeball-Hortensien (Hydrangea arborescens)
  • Rispen-Hortensien (Hydrangea paniculata)

Übrigens Hortensien eignen sich auch sehr gut zum Trocknen. Allerdings verlieren sie beim normalen Trocknen etwas an Farbenpracht. Daher empfiehlt es sich nach dem Abschneiden der Blüten, diese in eine Vase mit einem Wasser-Glycerin-Gemsich zu stellen. Einfach ein Teil Glycerin mit zwei Teilen Wasser (1:2) mischen und in die Vase geben. Die Hortensienblüten nehmen dann das Glycerin auf und behalten so ihre Farbe. Die Blüten so lange in der Vase stehen lassen, bis das Gemisch verdunstet ist und die Hortensienblüte getrocknet und konserviert ist.

Pflanzen und Standort von Hortensien

Hortensien mögen einen gut durchlässigen, nahrhaften, humosen und leicht sauren Boden. Der Standort sollte halbschattig und windgeschützt sein. Pralle Sonne sollte möglichst vermieden werden, weil die Hortensie stets feucht gehalten werden muss. Eine Ausnahme bilden hier die Rispen-Hortensien (Hydrangea paniculata), die mehr Sonne vertragen, als die anderen Hortensienarten.

Beim Pflanzen oder Umpflanzen sollte unbedingt auf den späteren Platzbedarf der Hortensie geachtet werden. Inmitten eines Beetes mit altehrwürdigen Pflanzen sollte der Hortensie etwa ein Meter Platz gewährt werden, damit sie sich in voller Pracht entfalten kann.

Der optimale Zeitpunkt zum Pflanzen ist der Frühling. Hortensien lassen sich aber auch im Spätsommer oder im zeitigen Herbst pflanzen. Dann kann aber ein Winterschutz von Nöten sein (siehe weiter unten).

Hortensien pflegen, düngen und vermehren

Hortensien benötigen nur wenig Pflege, sie gelten aus pflegeleichte Gartenpflanzen. Zu beachten ist aber, der hohe Wasserbedarf. Insbesondere an heißen Sommertagen müssen Hortensien regelmäßig gegossen werden. Wird das Wässern unterlassen, lässt der Halbstrauch schnell Blätter und Blüten hängen und signalisiert so Wasserbedarf. Wird dann immer noch nicht gewässert, zeigen sich bald darauf die ersten vertrockneten Blattränder.

Hortensie blau

Blütenball einer blauen Hortensie.

Rückschnitt

Zur Pflege von Hortensien gehört neben dem Gießen noch das Schneiden der Pflanzen. Eigentlich ist der Hortensienschnitt sehr einfach. Unter Hobbygärtnern herrscht allerdings häufig Verwirrung darüber, wann und wie der richtige Schnitt erfolgt. Grund für die Verwirrung ist einfach, dass es zwei unterschiedliche Schnittmethoden gibt: Das Zurückschneiden der Hortensienpflanze ist nämlich abhängig von der Sorte. Unterschieden wird hier je nachdem, wann der neue Austrieb gebildet wird.

Bauernhortensien, Tellerhortensien, Samt-Hortensien und Eichenblatt-Hortensien schneiden

Bei Sorten, die den Austrieb für das neue Gartenjahr schon im Vorjahr ausbilden, erfolgt im Frühjahr nur ein leichter Rückschnitt. Dies trifft auf folgende Hortensienarten zu:

  • Bauernhortensien (Hydrangea macrophylla)
  • Tellerhortensien (Hydrangea serrata)
  • Fell- und Samt-Hortensien (Hydrangea aspera oder Hydrangea sargentiana)
  • Eichenblatt-Hortensien (Hydrangea quercifolia)
Bei Vertretern dieser Hortensien werden im Februar nur die Blütenreste abgeschnitten. Die Äste mit den bereits ausgebildeten Knospen bleiben bestehen. Alte, verkümmerte oder verwachsene Zweige können natürlich auch entfernt werden. Wird ein stärkerer Rückschnitt (Verjüngungsschnitt) durchgeführt, treibt die Hortensienpflanze zwar neue Triebe aus, bildet in diesem Jahr aber nur sehr wenige oder keine Blüten aus.

Aus optischen Gründen kann sich ein Schnitt der verblühten und bereits vertrockneten Blüten bereits im Herbst anbieten. Die vertrockneten Blütenstände können aber auch über den Winter stehen bleiben. So schützen sie die darunter liegenden Knospen und sehen zudem noch attraktiv aus.

Waldhortensien, Schneeball-Hortensien und Rispenhortensien schneiden

Wald- oder Schneeball-Hortensien (Hydrangea arborescens)  und Rispen-Hortensien (Hydrangea paniculata) bilden ihre Blüten erst im Jahr der Blüte aus. Daher können diese Hortensienarten deutlich stärker zurückgeschnitten werden. Sie können bereits im Herbst oder spätestens im Frühjahr bis auf ein Knospenpaar zurück geschnitten werden. Übrig bleiben dann nur kurze Triebe, die etwa 10 bis 15 cm lang sind. Rispen- und Waldhortensien belohnen diesen starken Rückschnitt mit einem üppigen Wuchs im neuen Gartenjahr. Diese Schnitt-Methode eignet sich für die sehr verbreitete Waldhortensie Annabelle.Hortensie Annabelle

Düngen

Hortensien bevorzugen einen sauren Boden (pH kleiner 7). Der optimale Dünger sollte also den pH-Wert des Bodens nicht heben, sondern eher senken. Außerdem sollte der Dünger einen hohen Stickstoff- und Kaliumgehalt aufweisen, dafür aber weniger Phosphor beinhalten. Stickstoff und Kalium sorgen für ein gutes Wachstum von Blättern und Blüten. Der niedrige Phosphorgehalt soll sicherstellen, dass der Boden sauer bleibt. Etabliert haben sich folgende Methoden:

Hortensiendünger

Die einfachste Art um Hortensien zu Düngen und den Boden sauer zu halten, ist das Einbringen von speziellem Hortensiendünger. Dieser wird einfach nach Anleitung auf das Wurzelwerk der Pflanze gestreut und evtl. eingearbeitet. Wer schon Rhododendron-Dünger besitzt, kann übrigens auch diesen für Hortensien verwenden.

Der optimale Düngzeitpunkt ist das Frühjahr vor dem Beginn der Wachstumsphase. Gedüngt werden kann aber bis Mitte oder Ende Juli.

Ein Spezialfall ist das Düngen Blauer Hortensien. Dieser enthält neben den notwendigen Nährstoffen auch noch Alaun. Alaun sorgt dann dafür, dass sich die Hortensienblüten blau färben. Werden blaue Hortensien nicht mit dem passenden Dünger versorgt, färben sich die Blüten von Jahr zu Jahr immer mehr rosa.

Düngen mit Rinderdung

Empfehlenswert ist auch die Düngung mit Rinderdung, da dieser sauer ist. Erhältlich sind gekörnter Rinderdung oder Rinderdung Pellets, die recht einfach zu dosieren sind. Die Düngung mit Rinderdung bietet sich im Herbst an, denn der organische Dünger muss durch Bodenorganismen erst noch abgebaut werden. Erfolgt die Düngung im Herbst, sind die Nährstoffe im Frühling für die Hortensienpflanze verfügbar.

Weitere organische Dünger

Neben Kaffeesatz, bieten sich noch Kompost aus Laub oder Nadeln von Nadelbäumen an. Auch das Mulchen mit Rindenmulch wirkt sich positiv auf Pflanzen und Boden aus. Diese organische Materialien bieten sich auch zur Ergänzung und Bodenaufbereitung an, wenn auf fertigen Hortensiendünger zurückgegriffen wird.

Hortensien vermehren

Die Hortensien Vermehrung kann im Sommer mit Stecklingen aus Triebspitzen erfolgen. Diese werden in Töpfe gesetzt, bis sie nach circa drei Wochen Wurzeln gebildet haben. Im ersten Jahr sollten die jungen Pflanzen frostfrei überwintert werden, damit sie im Frühjahr ins Freiland gesetzt werden können.

Waldhortensien bilden von alleine Ableger, die im Spätsommer eingepflanzt werden können.

Überwintern

Die meisten im Freiland gepflanzten Hortensien überstehen den Winter ohne besonderen Schutz, sie gelten als winterhart. In kalten Lagen oder für neu gesetzte Pflanzen, kann sich ein Winterschutz allerdings anbieten, damit die Pflanzen unbeschadet überwintern. Dazu sollte die Pflanze im Herbst mit Laub und Reisig abgedeckt werden.

In Kübeln gepflanzte Hortensien sollten auch vor starken Frösten geschützt werden. Dazu den Kübel mit Luftpolsterfolie und / oder Frostschutzmatten einwickeln. In sehr kalten Regionen sollten die Topf- oder Kübelhortensien in ein geschütztes Winterquartier umziehen.

Kritischer als die Kälte im Winter sind für Hortensien allerdings späte Fröste. Hat die Pflanze schon ausgetrieben und eine Kälteperiode setzt ein, kann es zu größeren Schäden der Pflanze kommen. Meistens erholt sich der Halbstrauch wieder, in seltenen Fällen kann es aber auch zu Ausfällen kommen.

Krankheiten und Schädlinge

Insbesondere Läuse können den Hortensien bei sehr feuchtem Wetter zusetzen und die jungen Triebe welken und absterben lassen. Um die Pflanze zu stärken und unempfindlicher gegen Schädlinge zu machen, empfiehlt sich im zeitigen Frühjahr eine Sprühkur mit dem Sud aus Meerrettich, Knoblauch oder Wermutkraut. Ähnlich verhält es sich mit Schnecken, die die noch jungen Austriebe fressen und für große Schäden sorgen können. Hier hilft Absammeln oder der Einsatz von Schneckenkorn.

Auch Mehltau kann die Hortensie befallen. Die die Pflanze befalleb hilft ein spezielles Pflanzenschutzmittel.

Bekommen18 junge Blätter eine gelbe Färbung mit grünen Blattadern, handelt es sich nicht um einen Schädling oder eine Krankheit im eigentlichen Sinn, sondern um eine Mangelerscheinung. Die Chlorose kann ein Anzeichen für einen basischen Boden oder für einen Eisenmangel sein. Abhilfe können mittelfristig entsprechende Dünger schaffen.