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Heidelbeeren

Für Beerenobststräucher findet sich im Kleingarten immer ein Plätzchen. So sind in den letzten Jahren Kultur-Heidelbeersorten im eigenen Garten zunehmend beliebter geworden. Heidelbeeren sind vielseitig verwendbar, schmecken frisch vom Strauch und können auch zu Saft weiterverarbeitet werden. Die typischen blauen Zähne, die nach dem Verzehr von Waldheidelbeeren auftreten, gibt es bei Kultur-Heidelbeeren übrigens nicht.

Standort und Pflanzung von Heidelbeerpflanzen

Kultur-Heidelbeeren stellen einige Ansprüche an den Boden. Damit sie gut gedeihen, muss der Boden kalkfrei und durchlässig sein. Der ph-Wert sollte bei 3,5-4,5 liegen. Wenn der Boden nicht sauer genug ist, sollte er komplett ausgetauscht werden.

Kultur-Heidelbeeren im Garten pflanzen

Kultur-Heidelbeeren werden der heimischen Heidelbeere im Garten vorgezogen.

Um das Problem mit dem sauren Boden zu umgehen, kann die Heidelbeere auch im Topf kultiviert werden. Dieser muss natürlich ausreichend Platz bieten. Geeignet sind etwa große Tontöpfe, große Kunststoffbehälter oder auch Holzfässer. Damit sich die Nässe nicht staut, müssen die Behälter genügend Abzugslöcher aufweisen. Die Behälter werden dann an einem sonnigen, windgeschützten Standort im Garten in die Erde eingegraben (dabei wenige Zentimeter unter dem Rand freilassen) und mit saurer Erde aufgefüllt.

Containerpflanzen können das ganze Jahr über gepflanzt werden. Bei Kultur-Heidelbeeren lohnt es sich (auch wenn dies etwas teurer ist) sich für Containerpflanzen zu entscheiden, die mehrere Seitentriebe haben und bereits drei bis vier Jahre alt sind. Diese zeigen sich robuster und bis zum vollen Ertrag dauert es nicht allzu lange. Der Pflanzabstand beträgt ca. 1,50 Meter. Zwar sind Heidelbeeren selbstfruchtbar, doch ist es für einen hohen Ertrag sicherer, mehrere Sorten zu pflanzen. Nach der Pflanzung ist Mulchen empfehlenswert. So bleibt der Boden sauer und das oberflächliche Austrocknen wird verhindert.

Pflege und Düngung

Kultur-Heidelbeersträucher brauchen nur selten einen Verjüngungsschnitt. Es reicht völlig aus, diesen alle vier bis fünf Jahre vorzunehmen. Hierbei werden die alten Triebe, die nur wenige Blüten haben, kurz über dem Boden abgeschnitten. Neue und jüngere Triebe bleiben unbeschnitten.

Beim Gießen der Heidelbeerpflanzen ist es wichtig, auf kalkarmes Wasser zu achten. Bewährt hat sich das Gießen mit aufgefangenem Regenwasser. Vor allem einige Wochen vor und während der Ernte braucht die Kultur-Heidelbeere ausreichend Wasser. Übermäßige Nässe ist allerdings zu vermeiden.

Auf eine Humuszufuhr reagieren Kulturheidelbeeren recht positiv. Auch die Gabe von schwefelsaurem Ammoniak hat sich bewährt. Dadurch wird die Bildung von neuen Trieben angeregt. Sinnvoll ist es, die Gaben aufzuteilen, eine im April, die andere Ende Mai.

Ernte und Vermehrung (Samenzucht)

Je länger die Heidelbeeren am Strauch bleiben, desto süßer werden sie. Erntezeit ist je nach Sorte von Mitte Juli bis Ende August. Die Beeren reifen nach und nach, so dass immer nur die reifsten Früchte gepflückt werden. In der Regel erreichen die Kultur-Heidelbeersträucher erst nach etwa sechs Jahren ihren höchsten Ertrag. Ist die Pflanze gesund, kann sie im Idealfall bis zu 30 Jahre lang leckere Beeren hervorbringen.

Heidelbeerpflanzen lassen sich sowohl über Samen als auch über die Stecklingsgewinnung vermehren. Vor allem die letztere Methode ist gebräuchlich. Hierbei werden Stecklinge von gesunden Mutterpflanzen gewonnen und in ein Kultursubstrat eingebracht. Je nach Sorte dauert die Bewurzelung zwischen acht bis 15 Wochen.

Krankheiten und Schädlinge

Der Hauptschädling der Heidelbeere ist der Frostspanner. Die Raupen spinnen die Knospen ein und fressen sie dann von innen leer.