≡ Menu

Felsenbirne (Amelanchier)

Die Felsenbirne (Amelanchier) bildet eine eigene Gattung innerhalb der Familie der Rosengewächse und ist weltweit mit etwa fünfundzwanzig Arten vertreten.Der botanische Name ist keltisch-gallischen Ursprungs und bedeutet „Äpfelchen“. Erstmals erwähnt wurde die Felsenbirne bereits 1549.

Felsenbirne Amelanchier ovalis Früchte

Die Früchte der Felsenbirne.

Felsenbirnen sind fast in Vergessenheit geratene kleine Bäume oder Sträucher, die stark verzweigt wachsen und Wuchshöhen zwischen zwei und vier Metern erreichen. Sie zeigen im Frühjahr reizvolle, kleine, weiße Sternblüten in traubigen Blütenständen, aus denen sich im Juni kleine kugelige, dunkelrote bis schwarzbraune Früchte entwickeln.

Die Früchte der Felsenbirnen sind essbar, besonders süß, enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe sowie Gerbsäure. Sie können gepflückt und gegessen, aber auch zu Marmelade oder Likör verarbeitet werden. Sie verfügen über einen leichten, marzipanähnlichen Beigeschmack.
Allerdings sind die Früchte auch bei Vögeln sehr beliebt, sodass man ihnen selten in ausreichendem Maß zuvorkommt.

Felsenbirne Blätter Herbst

Die gefärbten Blätter der Felsenbirne im Herbst.

Im Herbst verfärben sich die Blätter der Felsenbirne und zeigen wunderschöne Farbvariationen in verschiedenen Rottönen, bis sie schließlich abfallen.

In unseren Breitengraden werden insbesondere folgende Sorten der Felsenbirne kultiviert:

  • Gewöhnliche oder Echte Felsenbirne (Amelanchier rotundifolia /) – in Europa heimisch
  • Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii) – bis zu vier Meter Wuchshöhe, wächst meist mehrstämmig
  • Kahle Felsenbirne (Amelanchier laevis) – Wuchshöhe bis zu fünf Meter, orange Herbstfärbung
  • Erlenblättrige Felsenbirne (Amelanchier alnifolia)
  • Ährige Felsenbirne (Amelanchier spicata)

Pflanzung und Standort

Die Felsenbirne kann ganzjährig, außer bei gefrorenem Boden oder in Hitzeperioden, gepflanzt werden. Sie eignet sich hervorragend zur Pflanzung in Vor- und Steingärten, da sie nicht sonderlich groß wird und auch schnittverträglich ist. Sie bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte mit sauren bis kalkhaltigen, sandigen, humosen oder lehmigen Böden.

Felsenbirne Amelanchier ovalis

Blüte der Felsenbirne (Amelanchier ovalis).

Der Abstand zu anderen größeren Pflanzen sollte circa einen Meter betragen. Sie sollte jedoch nicht in der Nähe zu Wacholder gepflanzt werden, da sie als Wirtspflanze verschiedener mit Wacholder wechselnder Rostarten dient.

Besonders hübsch wirkt die Felsenbirne aufgrund ihrer weißen Blüten im Frühjahr im Zusammenspiel mit blaublühenden Pflanzen, wie beispielsweise Blausternchen, Hyazinthen sowie verschiedenen Gräsern, wie zum Beispiel Blauschwingelgras, die unter der Pflanze platziert werden können. Auch in der Nähe zu Rhododendren in kräftigen Farben wirkt sie sehr attraktiv.

Pflege und Düngung

Die Felsenbirne benötigt nur sehr wenig Pflege. Sie kann auch längere Trockenperioden, aber auch starke Regenfälle gut vertragen.

Eine Düngung ist nicht erforderlich. Es ist ausreichend, wenn um die Pflanze herum im Winter Laub ausgelegt wird. Dieses dient zur besseren Feuchtigkeitsspeicherung sowie zur Nährstoffzufuhr.

Schnitt und Vermehrung

Da die Felsenbirne sehr langsam wächst, ist in den ersten Jahren kein Schnitt nötig. Lediglich ein Auslichten wird dann notwendig, wenn die Kronen stark verzweigt und zu dicht geworden sind oder wenn eine Verkahlung des Stammes gewünscht wird.

Felsenbirne Baum Blüte

Ein in Blüte stehender Felsenbirnenbaum im Frühling.

Bei veredelten Pflanzen sollten außerdem immer die Wildtriebe rechtzeitig entfernt werden, da sie sonst recht schnell Oberhand gewinnen.

Ein Verjüngungsschnitt kann bei sehr alten Gehölzen vorgenommen werden. Dazu werden im ersten Jahr im Mai etwa ein Drittel aller Zweige stark eingekürzt, im zweiten Jahr ein weiteres Drittel und im dritten Jahr die restlichen Zweige. Es ist darauf zu achten, dass der Schnitt jeweils gleichmäßig über den Baum oder Strauch verteilt wird.
Erst nach drei Jahren gilt das Gehölz als verjüngt.

Eine Vermehrung ist mit Stecklingen im Mai möglich, gestaltet sich jedoch trotz Bewurzelungspulver sehr schwierig.

Krankheiten und Schädlinge

Manchmal wird die Felsenbirne von Echtem Mehltau befallen. Diesen erkennt man an den grauweiß überzogenen Blättern. Dabei handelt es sich um einen Pilz, der insbesondere durch dauernde Feuchtigkeit zu einem echten Problem für Bäume und Sträucher werden kann.

Bei einem leichten Befall können betroffene Blätter abgesammelt und vernichtet werden (nicht auf den Kompost geben!). Ein starker Befall sollte mit einem chemischen Mittel bekämpft werden.