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Federgras

Federgras (Stipa), auch als Engelshaar-Federgras, Mädchenhaargras, Büschelhaargras oder Pfriemengras bezeichnet, gehört zur Familie der Süßgräser und ist weltweit mit etwa dreihundert Arten vertreten. In Mitteleuropa findet man acht verschiedene Arten.

Federgras wächst in der freien Natur auf mageren Trockenflächen, auf Trockenrasen und in Felssteppen. Da diese jedoch immer weniger vorkommen, ist es mittlerweile vom Aussterben bedroht.

Federgras Stipa Tennuissima

Zartes oder dünnblättriges Federgras (Stipa tennuissima), ideal für Vorgärten und Steingärten.

Das Federgras zählt zu den trockenheitsresistenten Zierpflanzen, das als mehrjährige, ausdauernde Staude vor allem als Rosenbegleiter oder vor dunkelgrünen Hecken ganzjährig bezaubernde Anblicke bietet. Aber auch in einem Steingarten passt das Federngras wegen der Trockenheits-Vorliebe recht gut.

Wie es der Name bereits verrät, besticht das Federgras durch seine federartig behaarten Grannen an den Deckspelzen. In der Sonne glänzen sie silbrig und selbst bei leichtem Luftzug zeigen die Gräser aufgrund ihrer Leichtigkeit geschmeidige Bewegungen.

Das Federgras wächst bis etwa neunzig Zentimeter hoch. Anfangs umfasst die Staude nur etwa dreißig Zentimeter, da sie aber horstartig wächst und dann noch attraktiver wird, benötigt sie mehr Platz. Allerdings wächst sie relativ langsam.

Zwei Arten sind besonders hervorzuheben:

  • Das Echte Federgras (Stipa pennata) ist in unseren Breiten beheimatet, aber nur noch selten zu finden.
  • Das Engelshaar- oder Zarte Federgras (Stipa tennuissima), ursprünglich aus Mexiko stammend, wird bei uns als Zierpflanze kultiviert. Viele der im Handel angebotenen Federgräser sind Stipa tennuissima, so auch die Pflanzen in den Bildern in diesem Beitrag.

Federgras eignet sich besonders gut zur Bereicherung von Blumensträußen sowie für Trockengestecke.

Wie viele andere Ziergräßer auch, wirkt das Federngras auch im Winter noch sehr dekorativ. Die Halme verlieren zwar ihr Grün, bleiben aber bis zum Schnitt im zeitigen Frühling stehen.

Pflanzung und Standort

Federgras Hortensie Sonnenhut

Federgras neben Hortensie und Sonnenhut.

Das Federgras benötigt zum prächtigen Gedeihen einen vollsonnigen Standort und einen sehr mageren Boden. Hierfür eignen sich sonnige Vorgärten oder auch Hänge. Der Gartenboden sollte vorher mittels Sand abgemagert werden, wenn er zu nährstoffreich ist.

Als Pflanznachbarn kommen unter anderem zahlreiche Stauden oder Ziergräser in betracht. Sehr schön wirkt das Federngras neben den Klassikern wie Astern, Akelei, Steppensalbei, Lavendel, Sedum, Hortensien oder Sonnenhut. Aber auch neben TaglilienSegge oder dem Lampenputzergras macht das zarte Federgras eine gute Figur.

Gepflanzt wird das Federgras im Herbst oder im Frühjahr. Aufgrund seiner besseren Wirkung sollte es vor Hecken oder dunklen Wänden oder Zäunen platziert werden. Die Staude wird im Abstand von etwa dreißig Zentimetern zu anderen Pflanzen so tief eingepflanzt, wie sie im Topf stand.

Pflege und Düngung

Das Federgras benötigt sehr wenig Pflege und gedeiht am besten, wenn es in Ruhe gelassen wird. Es benötigt nur selten Wasser; selbst in langen Trockenperioden fühlt es sich meist sehr wohl und kommt ohne Wasser aus.

Eine Düngung sollte in jedem Fall unterbleiben, da das Federgras nur auf magerem Boden wächst.

Als Winterschutz eignet sich Fichtenreisig, das locker um die Pflanze verteilt wird.

Schnitt und Vermehrung des Federgras

Zurückgeschnitten wird das Federgras im zeitigen Frühjahr vor dem Neuaustrieb. Über den Winter zeigt es dann weiterhin seine fedrigen Grannen und bereichert den Garten selbst in der dunklen Jahreszeit damit.

Die Vermehrung von Federgras gestaltet sich als recht einfach. Zu groß gewordene Stauden lassen sich im Frühjahr mit einem Spaten leicht teilen.

Lampenputzergras Federgras

Lampenputzergras in direkter Nachbarschaft zu einem Federngras.

Auch eine Aussaat ist möglich. Da das Federgras ein Kaltkeimer, auch Frostkeimer genannt, ist, muss es bei entsprechenden Temperaturen zum Keimen gebracht werden.

Hierfür eignet sich eine Aussaat im Kasten. Die Samen werden nur leicht mit Erde bedeckt und etwas angedrückt. Der Kasten wird dann etwa vier Wochen bei circa achtzehn Grad Celsius im Haus aufgestellt, danach eine Woche bei etwa zehn Grad Celsius, um ihn schließlich an einem kalten, aber frostfreien Tag im Freien zu platzieren. Etwa vier bis acht Wochen benötigen Kaltkeimer einen Kältereiz, um aufzugehen.

Federgras Winter Schnee

Federgras im Winter bedeckt mit Schnee.

Sind die Pflanzen im späten Frühjahr kräftig genug, können sie einen Platz im Freien erhalten. Dabei sollten sie aber schon büschelweise in die Erde gesetzt werden.

Die Erfahrung zeigt, dass sich Federgras auch sehr gut von alleine durch Samen vermehrt und ausbreitet. Meist finden sich bereits im ersten Frühling einige Jungpflanzen um den Standort der Mutterpflanze. Diese können dann vorsichtig im Frühling an ihren Zielort umgepflanzt werden.

Krankheiten und Schädlinge

Lediglich feuchte, nasse und nährstoffreiche Böden schaden dem Federgras. Derartige Standorte begünstigen einen Fäulnisprozess, der nicht rückgängig gemacht werden kann. Ansonsten sind weder Krankheiten noch Schädlinge von relevanter Bedeutung.