≡ Menu

Birnbaum

Der Birnbaum (Pyrus communis), die Kultur-Birne, bildet eine Pflanzenart der Kernobstgewächse innerhalb der Familie der Rosengewächse.

Birnbaum

Birnen an einem Birnbaum.

Birnbäume erreichen Wuchshöhen zwischen drei und zwanzig Metern, wobei mittlerweile auch kleinwüchsige, dafür ertragreiche Sorten für kleine Gärten gezüchtet werden. Birnbäume werden zum Teil bis zu siebzig Jahre alt. Etwa dreißig Arten sind bekannt, davon sind in Mitteleuropa zwei Arten heimisch.

Birnenbäume zeigen dunkelgrünes, glänzendes Laub, das sich nach der Blüte zwischen April und Mai ausbildet. Die etwas streng riechenden Blüten erscheinen meist im April und bilden später die Apfelfrucht in ihrer typischen Birnenform aus. Die Früchte sind anfangs hart, später weich und vor allem süß und können zwischen Juli und Oktober geerntet werden. Die Früchte können bis zu zwanzig Zentimeter lang und bis zu fünfzehn Zentimeter breit werden.

Birnen werden je nach Verwendungszweck nach Tafel-, Most- oder Kochsorten unterschieden.

Pflanzung und Standort

Während Apfelbäume eher feuchte Böden bevorzugen, mögen es die Birnen wärmer und trockener. Tiefgründige, trockene und sonnige Standorte sind deshalb ideal für Birnbäume. Leicht saurer oder kalkhaltiger, aber vor allem humusreicher Boden sind ideale Voraussetzungen für die Pflanzung eines Birnbaumes.

Birnbaumblüte

Die Birnbaumblüte ist wunderschön anzusehen.

In der Nähe weiterer Obstgehölze wie Apfel-, Kirsch- oder Pfirsichbäumen, aber auch als Solitärpflanzen oder als Sichtschutz können Birnbäume den Garten bereichern.

Die Pflanzung wird am besten im zeitigen Frühjahr vorgenommen. Hierfür wird ein Loch ausgehoben, sodass der Wurzelballen bequem hineinpasst. Die Veredelungsstelle muss circa zehn Zentimeter aus dem Boden herausragen und darf nicht anwurzeln, da sonst keine großen Früchte mehr zu erwarten sind.

Anschließend wird die restliche Erde aufgefüllt, festgetreten und durchdringend gewässert. Um die Standfestigkeit zu gewährleisten, sollte ein Pfahl den nötigen Halt bieten.

Pflege und Schnitt

Vor der Pflanzung sollte ein Pflanzschnitt erfolgen. Hierfür werden die Wurzeln glatt abgeschnitten sowie der Mittelast und nur drei bis vier Seitentriebe stehengelassen. Der Mitteltrieb sollte die Seitentriebe um etwa zwanzig Zentimeter überragen. Die Seitentriebe werden soweit gekürzt, dass sie auf einer Höhe stehen. Dabei sollten sie über dem letzten, nach außen stehenden Auge geschnitten werden.

Bereits im Ertrag stehende Birnbäume können entweder kurz nach der Blüte oder im Januar einem starken Auslichtungsschnitt unterzogen werden. Hierfür sollten trockene, nach innen stehende oder sich überkreuzende Äste, Wasserschosse und Konkurrenzäste zum Mittelast radikal abgeschnitten werden. Je mehr Licht das Geäst durchdringt, desto ertragreicher wird der Baum.

Bei Hochstämmen, Halbstämmen oder Büschen ist meist nur ein mäßiger Auslichtungsschnitt vonnöten. Besonders die Spindelbüsche sind für kleine Gärten vorteilhaft, da sie nur geringe Höhen erreichen und meist nicht so ausufernd wachsen.

Damit der Birnenbaum nicht nur alle zwei Jahre trägt (Alternanz), werden nach dem natürlichen Fruchtfall im Juni weitere Birnen an den Fruchtbüscheln entfernt und nur je ein bis zwei Früchte beibehalten. Diese entwickeln sich dann umso kräftiger.

Birnbäume treiben manchmal Dickicht artige Wurzelausläufer in bis zu sechs Metern Entfernung. Sie sollten direkt über dem Boden abgeschnitten werden.

Ernte

Je nach Sorte werden Birnen zwischen Juli und Oktober geerntet. Sie sind dann reif, wenn sich der Stiel problemlos vom Ast lösen lässt.

Krankheiten und Schädlinge

Birnengitterrost

Ein mit Birnengitterrost befallens Blatt eines Birnenbaums.

Besonders häufig tritt der Birnengitterrost mit rötlichbraunen Flecken auf. Es gibt keine Sorte, die gegen diese Krankheit resistent ist. Allerdings stellt sie eher ein ästhetisches Problem dar, da sie sich nicht negativ auf die Fruchtbildung auswirkt. Zur Vorbeugung empfiehlt sich die Anpflanzung von Wacholder in der Nähe des Birnbaums, da dieser als Zwischenwirt fungiert.
Einen starken Befall kann man nur sehr aufwändig mit starken chemischen Mitteln und Spritzungen bekämpfen, wobei dann die Ernte und der Verzehr der Früchte fragwürdig sind.

Auch Blattflöhe, wie der Birnenblattsauger, sind zum Teil zu beobachten. Hier sollten die natürlichen Feinde wie Marienkäfer, Wanzen und parasitische Hautflügler durch Kultivierung weiterer Pflanzen gefördert werden.

Ein weit verbreiteter Schädling ist der Apfelwickler. Trotz des eindeutigen Names befällt der Apfelwickler aber auch Birnbäume. Der Bekämpfung des Apfelwicklers wurde ein eigener Beitrag im Gartenratgeber gewidmet.

Obstbaumwurzeln gehören zu den Lieblingsspeisen von Wühlmäusen. Hier hilft die Haltung einer Katze oder auch das Aufstellen von Mausefallen in der Nähe des Baumes.