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Einen Bauerngarten planen, anlegen und bepflanzen

In Garten- und Einrichtungszeitschriften ließt man öfters über die Schönheit oder die Rückzugsmöglichkeiten von Bauerngärten. Aber was ist eigentlich ein Bauerngarten, wie legt man einen an und welche Pflanzen eignen sich für einen Garten im Landhausstil? Diese und weitere Fragen sollen in diesem Beitrag beantwortet werden.

Was ist ein Bauerngarten?

Bauerngärten faszinieren vor allem aufgrund ihrer Struktur sowie der üppigen Blütenlandschaft, die durch einige wichtige Merkmale ergänzt werden.

Bauerngarten Zaun

Schöner Bauerngarten mit einem Holzzaun

Zum Beispiel zählen der Rosenbogen, das Wegkreuz, die Buchsbaumeinfassungen, eine Kräuterspirale, der Holzzaun sowie die scheinbar ungeordnete Durchmischung von Nutz- und Zierpflanzen als wichtige Merkmale eines Bauerngartens. Sehr alte Blütenstauden sowie bekannte Nutzpflanzen dominieren das Bild des Bauerngartens. Obstgehölze sind selbstverständlich ebenso zu finden, werden jedoch eher etwas abseits als Abgrenzung sichtbar.

Ähnlich dem Landhausgarten oder auch dem Cottagegarten findet man in Bauerngärten neben alten Stauden auch Nutzpflanzen, die insbesondere in früheren Jahrhunderten der eigenen Versorgung galten. Bis heute unterliegen die Bauerngärten einem stetigen Wandel. Je nach Region, Klima- und Bodenverhältnissen und typischer Architektur finden sich Bauerngärten als umzäuntes Garten- oder Ackerland, aber auch als Vorgärten alter, traditioneller, liebevoll restaurierter Bauernhäuser.

Wie legt man einen Bauerngarten an?

Es gibt typische Merkmale eines Bauerngartens. Bei der Anlage eines solchen sollte also darauf geachtet werden, dass diese Elemente wiederzufinden sind. Selbst in kleinen Gärten sollte deshalb vor der Bepflanzung ein Plan erstellt werden, der die Struktur des Gartens in groben Zügen aufweist.

Wege

Bauerngarten Weg

Kiesweg mit Buchsbaumhecke in einem Bauerngarten.

Das erste wichtige Element , das bei der Planung Berücksichtigung finden muss, ist die Wegeplanung. Ein Kreuzweg, der seitlich von Beeten verschiedener Bepflanzung gesäumt wird, ist hierbei unerlässlich. Eine geometrische Vierteilung des Gartens, die mit dem Kreuzweg erreicht wird, lässt das scheinbare Durcheinander von Zier- und Nutzpflanzen ein trotzdem harmonisches Bild entwickeln.

Durchaus sind weitere Unterteilungen der Viertel möglich, wenn genug Platz vorhanden ist. Grundsätzlich sollten jedoch klare geometrische oder symmetrische Formen beibehalten werden.

Die Wege bestehen bei Bauerngärten vorrangig aus natürlichen Materialien und sind daher nicht versiegelt. So eignet sich Rindenmulch hervorragend für eine saubere und doch natürliche Begrenzung, da er zusätzlich die Wege von Unkraut weitgehend freihält. Auch Kiesaufschüttungen oder einfache Rasenwege sind denkbar. Empfehlenswert ist es, ein Unkrautvlies unter dem Kies oder dem Rindenmulch einzuarbeiten. So wird das Unkrautwachstum lange unterdrückt.

Zaun und Mauerwerk

Typisch für Bauerngärten sind Holzzäune. Geeignet sind daher Staketenzäune in verschiedenen Höhen und Ausführungen. Aber auch Mauerwerk eignet sich gut zur Einfriedung, hir erzielt man schöne Effekte mit Ziegel und Sandsteinen.

Pflanzen im Bauerngarten

Eine besondere Zierde sind die Einfassungen der Beete durch Buchsbaumhecken. Diese lassen sich besonders gut schneiden und strukturieren dadurch die einzelnen Abschnitte des Gartens. Auch ein mit Buchsbaum eingefasstes Rondell inmitten des Kreuzwegs ist vielfach in Bauerngärten zu finden.

roter purpurfarbener Sonnenhut

Nicht nur als Heilpflanze beliebt: Purpurfarbener Sonnenhut.

Alternativen zur Buchsbaumbepflanzung bieten kleine Polsterstauden wie beispielsweise der Staudenphlox, das Steinkraut, der Lavendel und das Blaukissen. Sie sind auch als sehr ausdauernd und üppig wachsend bekannt und beliebt.

Die einzelnen Beete werden mit altbekannten, zumeist mehrjährigen Stauden bepflanzt. Dazu gehören Bauerngartenpflanzen wie Rittersporn, Lupinen, Kugeldisteln, Tränendes Herz, Glockenblumen, Phlox und Sonnenhut. Auch Sträucher und Halbsträucher wie Hortensien oder der Schneeball gehören dazu. Typische Bauerngartenblumen sind auch einjährige Sommerblumen wie Kapuzinerkresse, Ringelblumen, Bechermalven und Mandelröschen, die mit einem reichhaltigen Blütenflor den Garten in jedem Jahr neu beleben.

Hortensien rosa

Ein Blütenmeer mit Hortensien.

Nutzpflanzen wie Tomaten, Gurken, Hülsenfrüchte wie Bohnen und Erbsen, Sellerie, Blumenkohl und Kohlrabi gehören in einen Bauerngarten. Hier kommt es besonders darauf an, die Fruchtfolge einzuhalten. Daher bietet der Bauerngarten aufgrund seiner Teilung immer wieder Möglichkeiten auch in Mischkultur zwischen Blumen und Kräutern entsprechend gute Erträge zu erzielen. Gleichermaßen bewirkt eine Mischkultur eine bessere Gesundheit im Garten und vertreibt zum Teil Schädlinge oder fördert die Keimfähigkeit bestimmter Samen.

In alten Bauerngärten fanden sich selten Obstgehölze. Diese wurden entweder am Rand gepflanzt oder befanden sich auf sogenannten Obstwiesen. Lediglich als gestalterisches Element kann ein Obstgehölz in der Mitte des Rondells auf dem Kreuzweg oder am Gartenzaun einen Platz finden.

Dekoelemente für einen Bauerngarten

Brunnen Gießkanne Bauerngarten

Ein Brunnen kann ein zentrales Gestaltungselement im Garten sein.

Ein weiteres unerlässliches Element bietet der typische Rosenbogen. Ob am Haus, der Pforte oder inmitten des Gartens ist ein üppig bewachsener Rosenbogen mit Kletterrosen ein Augenschmaus. Insbesondere alte Sorten wie die ursprünglichen Remontantrosen oder Polyantha-Rosen haben auf den Betrachter eine immense Wirkung und betören durch ihre Sinnlichkeit und ihren ungeheuren Blütenreichtum.

Die Kräuterschnecke oder -Spirale gehört ebenfalls als Element in einen Bauerngarten. Viele mehrjährige Kräuter, darunter Bohnenkraut, Majoran, Rosmarin oder Dill, bieten dem Besitzer fast das ganze Jahr über frische Kräuterzugaben. Wer die Möglichkeit dafür nicht hat, kann auch Kräuter, Blumen und Gemüse in einer Mischkultur im Beet anpflanzen.

Auch ein Brunnen trägt zum Aussehen und zur Authentizität bei. Brunnen und Kräuterschnecke sehen besonders schön aus, wenn sie in Ziegel- oder Sandsteinoptik daher kommen.

Holzbänke, Holzstühle oder alte Metallstühle sind passende Dekoelemente für einen Bauerngarten. Sie laden zum Verweilen ein und lassen die Besucher mit allen Sinnen in Ruhe die Einzigartigkeit dieser Oase genießen.