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Pflanzen aus Samen anziehen und vorkultivieren

Substratschale Zimmergewächshaus

Untere Schale eines Zimmergewächshaus mit jungen Tomatenpflanzen.

Es ist ein besonderes Erlebnis für Hobbygärtner, die Blumen und Gemüsepflanzen für den Garten selbst heranzuziehen. Die Wachstumsperiode der Pflanzen beginnt schon im Februar/März und reicht teilweise bis in den Oktober hinein.

Selbst gezogene Pflanzen sind meist robuster, als gekaufte, da sie an die vorhandenen Licht-, Wärme- und Luftverhältnisse bestens angepasst sind. Die meisten Pflanzen werden aus Samen gezogen. Die Fensterbank ist der richtige Platz dafür, denn die kleinen Stecklinge, die aus den Samen entstehen, müssen beobachtet und gepflegt werden. Aber auch in einem beheizten Gewächshaus, sofern vorhanden, können Pflanzen gut vorgezogen werden.

Ein weiterer Vorteil des selbst heranziehen ist die Kostenersparnis im Vergleich zum Kauf von fertigen Setzlingen. So können bspw. Tomatenpflanzen, für einen Bruchteil der Setzlingskosten, ganz einfach selbst aus Samen gezogen werden. Alles was es dazu benötigt ist etwas Arbeit und Geduld.

Fertiges Set oder einzelne Komponenten?

Anzuchttöpfchen

Anzuchttöpfchen erleichtern das spätere umsetzen der selbstgezogenen Pflanzen.

Für die Fensterbank bietet sich ein spezielles Anzuchtset oder ein Zimmergewächshaus an. Beim Kauf sollten Sie darauf achten, dass es alle notwendigen Dinge für die Vermehrung enthält.

Allerdings ist ein spezielles Anzuchtset nicht unbedingt notwendig. Meist günstiger, kann man sich die notwendigen Komponenten selbst zusammenstellen. In der Regel genügen flache Schalen, Anzuchtserde und durchsichtige Folie zum Abdecken.

Samen verteilen und gießen

Egal wie für welche Materialen Sie sich entscheiden, der Prozess des Anpflanzens ist in der Regel immer gleich:

Der Samen wird auf der Erde verteilt. Bei Dunkelkeimern muss etwas Erde darüber gesiebt werden, da sie bei Tageslicht nicht keimen können. Die Erde sollte vorsichtig mit handwarmem Wasser angegossen werden. Gut geeignet ist dazu ein Blumensprüher, welcher in der Regel nicht mehr als ein bis zwei Euro kostet.

Danach werden die Gefäße mit Klarsichtfolie oder dem Deckel abgedeckt. Die Temperatur darf nicht zu kalt sein, da sonst einige Pflanzen gar nicht oder nur sehr langsam keimen. Ein guter Fensterplatz hat den Tag über Sonnenschein und garantiert so, dass sich die keimenden Samen rundum wohl fühlen.

Bei Zimmergewächshäusern sollten Sie versuchen, nicht zu viel Feuchtigkeit und Staunässe aufkommen zu lassen, da sonst die Gefahr von Schimmelbildung besteht. Ebenfalls zu viel direkte Sonneneinstrahlung ist bei Zimmergewächshäusern kritisch.

Sprösslinge pikieren

Pflanzen vorziehen

Pflanzen vorziehen, hier kleine Tomatenpflanzen.

Wenn sich nach den Keimblättern die ersten richtigen Blattpaare zeigen, kann mit dem Pikieren begonnen werden. Als pikieren wird das Vereinzeln von zu dicht stehenden Sämlingen bezeichnet.

Mit einem angespitzten Holzstab, dem Pikierholz, werden die Keimlinge mitsamt der Wurzel vorsichtig aus der Erde gehoben. Kranke und schwache Pflänzchen werden aussortiert.

Das Herausnehmen der Keimlinge führt dazu, dass die feinen Wurzeln verletzt werden. Dies regt sie aber zur Bildung eines Ballens und Verzweigungen an.

Mit dem Pikierholz wird dann ein Loch in die Erde des neuen Topfes gedrückt. Hier eignen sich Torfpresstöpfe gut, denn sie können später direkt in die Erde gepflanzt werden.
Die Pflanzen werden bis zu den Keimblättern eingesetzt und vorsichtig ringsherum angedrückt. Sind sie nicht tief genug in der Erde und nicht gut angedrückt, kippen sie beim Angießen um.

Danach werden die Pflanzen angegossen. Das geschieht am Besten mit der Gießkannenbrause. Sie müssen geschützt und warm stehen, ohne direkte Sonneneinstrahlung. Sie sollen jetzt auch weiterhin hell, aber kühler stehen. Verschiedene Sämlinge sollten mit Stecketiketten versehen und beschriftet werden, damit man sie später auseinander halten kann.